Schwanensee in der Göttinger Stadthalle: Am Ende siegte die Liebe

Anmut und Pracht: Das Russische Nationalballett führte in der Göttinger Stadthalle das berühmte Ballett „Schwanensee“ mit Musik von Peter Tschaikowsky auf. Foto: Eriksen

Göttingen. Anmut, technisches Können, Körperbeherrschung und die prächtigen Kostüme des Russischen Nationalballetts verzauberten in der „Schwanensee“ zur Musik von Peter Tschaikowsky das Publikum in der etwa zu zwei Dritteln besetzten Stadthalle Göttingen.

Viele von Tschaikowskys Kompositionen zum Ballett Schwanensee, das 1877 in Moskau uraufgeführt wurde, sind längst Klassik-Schlager geworden.

Es war ein Erlebnis, die wundervollen Melodien in grazilen Tanz und kraftvolle Sprünge umgesetzt zu sehen. Als Beispiele seien die Ensemble-Szene zu Beginn, der Tanz der kleinen Schwäne, das Pas de Trois der erwachsenen Schwäne und die Folklore-Tänze der Bräute genannt.

Die Hauptpersonen Olha Doronina als Odette/Odile, weißer und schwarzer Schwan, und Sergei Skvortsov als Prinz Siegfried begeisterten nicht nur tänzerisch in ihren Soli und Pas de Deux, sondern auch durch ihre Bühnenpräsenz. Sergey Smirnov überzeugte als böser Zauberer.

Sergei Fedorkov bekam fast den größten Schlussbeifall. Sein Hofnarr war nicht nur witzig und schelmisch. Der Tänzer glänzte auch mit gewaltigen und schwierigen Sprungfiguren.

Je nach Inszenierung endet das Ballett tragisch mit dem Tod einer oder beider Hauptpersonen, oder es geht gut aus wie in der Fassung des Nationalballetts. Der Prinz besiegte den Zauberer, die Schwäne bekamen ihre Menschengestalt wieder, und Odette und Prinz Siegfried fielen sich in die Arme.

Herausforderung

Die größte Herausforderung eines reisenden Balletts dürfte die unterschiedlichen Größen der bespielten Bühnen sein. Die der Stadthalle ist vergleichsweise klein, und man sah bis kurz vor Beginn an den vielen Füßen hinter dem schmalen Spalt des Vorhangs, wie die Positionen geprobt wurden. Man konnte während der Vorstellung beobachten, wie die Tänzer vor einer Figur, insbesondere einem Sprung, den Abstand zur Kulisse oder Bühnenrand abschätzten.

Die Tournee-Leitung bestätigte in der Pause, dass auf einem mitgeführten, speziellen Boden getanzt wurde. Choreographen waren Marius Petipa und Lew Iwanov.

Eine Ballett-Vorstellung zehrt an den Kräften. Ein Teil der Kunst besteht darin, sich die Anstrengung nicht anmerken zu lassen. Das Ensemble nahm am Ende seinen verdienten, begeisterten Applaus entgegen. Das Liebespaar trat zum Schluss vor den Vorhang und genoss seinen persönlichen Beifall.

Von Anne-Lise Eriksen

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