Auftakt für 98-Millionen-Projekt:

Auftakt für 98-Millionen-Projekt: Sanierung der Fakultät Chemie

Göttingen. Bauzeit 92 Monate bis 2020, Kosten von 98 Millionen Euro: Das sind die Fakten eines Projektes, das zumindest bis Montag das größte für die Universität Göttingen ist, die bauliche Komplettsanierung der Fakultät Chemie.

Am Mittwochmittag wurde der Grundstein für den ersten Bauabschnitt gelegt, den Neubau eines Chemikalienlagers für 15,4 Millionen Euro.

Der neue Trakt Chemielager freilich ist die Ausnahme, denn ansonsten werden die alten, Anfang der 70er-Jahre entstandenen Gebäudetrakte der Chemie saniert. „Wir hätten lieber einen kompletten Neubau gehabt“, sprach Prof. Dr. Lutz Tietze seinen nicht erfüllten Wunsch aus.

Der Baubeauftragte der Fakultät Chemie allerdings kann nun erleben, wie sein „Laden“ während der achtjährigen Bauzeit von alt auf neu umgekrempelt wird und nebenbei weiter gelehrt und geforscht wird. Tietze jedenfalls freut sich schon jetzt auf „Top-Bedingungen, wenn alles fertig ist“ und auf „viele tolle Überraschungen, die so eine Altbausanierung mit sich bringt“. Mit dieser Äußerung munterte er die gut 100 Gäste bei der Grundsteinlegung auf.

Für die in Göttingen häufig anzutreffende Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) war es ein guter Moment, mit Einsatz des Grundsteins der Chemie und Universität viel Glück zu wünschen. 64,7 Millionen Euro für die ersten drei Bauabschnitte hat das Land schon bewilligt, weitere knapp 30 Millionen werden folgen. Die Ministerin betonte in Wahlkampfzeiten gerne, dass das Land im 25-Milliarden-Etat eine halbe Milliarde für die Unis bereitstellt.

Mit der massiven Unterstützung aus Hannover für die Göttinger Chemie-Fakultät hat Johanna Wanka überhaupt kein Problem: „Das ist ein herausragendes Institut.“ Die Göttinger Chemie zähle zu den Top-5 in Deutschland.

Hier, wo Friedrich Wöhler 1824 zum Pionier der organischen Chemie und mit der Chemie 1783 eines der ersten Uni-Institute gebaut wurde, stützen Land und Universität mit dem Quasi-Neubau ein Institut mit weltweit gutem Ruf.

Der war einst zu Wöhlers Zeiten noch bei Versuchen zu erzielen, die mittels Bunsenbrenner und Tisch durchzuführen waren. Heute seien bahnbrechende Ergebnisse mit so wenig Aufwand nicht mehr zu schaffen. „Man braucht moderne Rahmenbedingungen, um Chemie auf hohem Niveau zu machen“, sagte Prof. Lutz Tietze.

Bilder von der Grundsteinlegung

Grundsteinlegung fürs Chemie-Institut

Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut
Grundsteinlegung Chemie-Institut

Dekan Prof. Lutz Ackermann sieht in dem Umbau trotz aller positiven Aspekte auch die Schwierigkeiten: „Es ist eine Operation am offenen Herzen – es werden Probleme auftauchen.“

Am Ende, irgendwann im Jahre 2020, aber soll alles gut sein – und vielleicht wird die Göttinger Chemie dann wieder einen Nobelpreisträger hervorbringen, wie Oberbürgermeister Wolfgang Meyer wünschte, als er den sechsen Grundstein einmauerte.

Von Thomas Kopietz

Rubriklistenbild: © Kopietz

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