Auszeichnung mit Bundesverdienstkreuz

Segensreiche Arbeit von Duo für St. Michael in Göttingen

Oberbürgermeister Rolf-Goerg Köhler (links) zeichnete Marion Kuß und Hubert Schmoll im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
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Oberbürgermeister Rolf-Goerg Köhler (links) zeichnete Marion Kuß und Hubert Schmoll im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Mit dem Bundesverdienstkreuz sind die Göttinger Marion Kuß (78) und Hubert Schmoll (76) für ihr jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement in der katholischen St.-Michael-Gemeinde ausgezeichnet worden.

Göttingen – Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nahm die Ehrung im Auftrag des Bundespräsidenten vor.

Bilanzbuchhalterin Kuß, die 20 Jahre lang für eine Hamburger Kanzlei in leitender Funktion als Insolvenzverwalterin tätig war, bringt sich seit den 1970er Jahren in der Kindertagesstätte St. Michael ein. Als Vorsitzende des Kirchenvorstands übernahm sie von 2006 an zusätzlich die Finanz- und Personalverantwortung für die 13 Kita-Mitarbeiterinnen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Hartnäckigkeit sanierte die Stadt als Eigentümerin das Kita-Gebäude am Rosengarten energetisch.

Seit 2014 kümmert sich Kuß zudem ehrenamtlich um die Finanzverwaltung des Mittagstischs St. Michael. Dort erhalten täglich bis zu 60 Bedürftige für wenig Geld eine warme Mahlzeit. Die Personal- und Sachkosten der 199o gegründeten Einrichtung belaufen sich auf 100.000 Euro im Jahr. Davon müssen jährlich mehr als 65.000 Euro durch Spenden aufgebracht werden. An der Organisation der Mittagstisch-Benefizveranstaltung während der Göttinger Nacht der Kulturen ist Kuß federführend beteiligt. Köhler würdige die Geehrte als „äußerst bescheidenen Menschen“ und erklärte: „Auch wenn Sie nicht gerne im Mittelpunkt stehen, bleibt Ihnen das heute nicht erspart.“

Berufssoldat Schmoll übernahm bereits 1972 ein Mandat im Pfarrgemeinderat von St. Michael. Seit 1975 übt er zudem verschiedene liturgische Funktionen in seiner Kirchengemeinde aus. Schmoll trägt seit 1995 als Mitglied des Kirchenvorstands im Michaelisviertel Verantwortung bei zentralen Aufgaben der Bauunterhaltung und der Finanzen. So war er nicht zuletzt 2014/15 an der gut eine Million Euro teuren Sanierung und Neugestaltung des Innenraums der Kirche in schlichtem Weiß beteiligt. Der Oberbürgermeister sprach die kontroversen Diskussionen jener Jahre an. Schmoll behält seit 2006 als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes „die Übersicht über das gesamte Michaelisviertes mit seinen komplexen Strukturen und individuellen Erfordernissens“, würdigte Köhler das Engagement des 76-Jährigen. Schmoll hat zudem die Aufsicht über die rund 40 ehrenamtlichen Helfer des Mittagstischs. Auch dessen Einrichtung durch den streitbaren Jesuitenpater Heribert Graab stieß zunächst auf Widerstand, gab Köhler zu bedenken. Heute sei die soziale Einrichtung aus der Stadt „nicht mehr wegzudenken“. (Michael Caspar)

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