Seit 25 Jahren wird aufgetischt: Über 40 Ehrenamtliche helfen beim Mittagstisch

Bei der Essensausgabe: Täglich besuchen 40 bis 70 Gäste den Göttinger Mittagstisch St. Michael. Er besteht seit 25 Jahren. Foto: Christian Ender/nh

Bedürftige erhalten in Göttingen gegen einen geringen Beitrag ein warmes Essen. Den Mittagstisch St. Michael gibt es seit 25 Jahren.

Göttingen. Seit September 1990 wird in den Räumen der Diözese Hildesheim an der Turmstraße 5 in der Uni-Stadt aufgetischt. Hintergrund: Pfarrhäuser in den Innenstädten sind oft Adressen, bei denen Hilfesuchende sich melden - oft bitten sie um Geld für Essen. Nachdem ein nahegelegener Imbiss, mit dem die Gemeinde kooperierte, geschlossen wurde, richtete die katholische Pfarrgemeinde St. Michael den Mittagstisch ein. Er ist seither zu einem wichtigen Teil der sozialen Infrastruktur der Stadt geworden.

Die Initiative zur Gründung ging vom Jesuitenpater Heribert Graab, dem damaligen Pfarrer der Gemeinde, aus. Er entwickelte den Plan, in der Mitte der Innenstadt für Obdachlose und Durchreisende täglich eine warme Mahlzeit anzubieten.

Neben dem hauptamtlichen Leiter, einer Vertretungskraft und einer Raumpflegerin gehören inzwischen mehr als 40 ehrenamtliche Helfer für Küche und Essensausgabe, Buchhaltung sowie zur Einwerbung von Spenden zum Stammpersonal der segensreichen Einrichtung in der Turmstraße.

Ein Großteil der Kosten wird durch Spenden aufgebracht. Unterstützt wird der Mittagstisch vom Gesamtverband der Göttinger katholischen Kirchengemeinden, der Stadt Göttingen und von der Göttinger Tafel, die regelmäßig Eintopfessen und Lebensmittel an die Sozialeinrichtung der Gemeinde liefert.

40 bis 70 Gäste pro Tag

„Bei uns erhalten 40 bis 70 Gäste gegen ein geringes Entgelt Tag für Tag von 12 bis 13.30 Uhr eine warme Mahlzeit - auch an Sonn- und Feiertagen“, macht Leiter Ralf-Peter Reinke deutlich. Die zusätzlich angebotenen Getränke, Brot sowie Aufstrich werden ebenfalls gern genommen.

„Mit dem Mittagstisch werden viele soziale Brennpunkte für die Stadt Göttingen deutlich entschärft“, ist sich Reinke sicher.

In den Räumen des Mittagstisches finden jährlich zwei oder drei Ausstellungen mit unterschiedlichen Themen statt. Die Jesuiten von St. Michael stehen für ein seelsorgerisches Angebot für die Gäste des Mittagstisches zur Verfügung, wenn sie dies wünschen.

Gesprächsforum und Festkolloquium zum Mittagstisch-Jubiläum

Zum 25-jährigen Bestehen des Mittagstisches St. Michael gibt es am Freitag, 20. November, einen Veranstaltungstag.

Interessierte können ab 12.30 Uhr den Mittagstisch selbst erleben. Im Gemeindesaal beginnt um 14 Uhr ein Gesprächsforum zum Thema Armenfürsorge. Dabei stellen sich neben dem Mittagstisch weitere Angebote aus Göttingen und Hildesheim vor.

Das Festkolloquium schließt sich um 17 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses an. Jesuit Friedhelm Hengsbach hält den Festvortrag mit dem Titel „Der Mittagstisch - beschämt er eine Gesellschaft, die Armut erzeugt“. An der anschließenden Podiumsdiskussion beteiligen sich der Festredner sowie Prof. Stephan Klasen, der Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann und Clemens Freiherr von Wendt. Die Moderation übernimmt Prof. Hubert Merkel.

Außerdem gibt es am Sonntag, 22. November, um 11.30 Uhr einen Festgottesdienst „Mittagstisch“ in der City-Kirche St. Michael. (bsc)

Kontakt: Mittagtisch St. Michael, Turmstraße 5, 37073 Göttingen, Telefon 05 51/ 5 47 95 40, E-Mail: foerderverein.mittagstisch@samiki.de www.mittagstisch-samiki.de

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