Keine strafrechtlichen Folgen

Falsche Wohnung gestürmt: Kein Verfahren nach Panne bei SEK-Einsatz

Spezialeinsatzkommando: Die Beamten sind für Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und Zugriffe ausgebildet. Foto: dpa

Rollshausen. Eine Polizeipanne bei der Erstürmung einer Wohnung durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in Rollshausen im Landkreis Göttingen bleibt ohne strafrechtliche Folgen. Das wurde jetzt bekannt.

Die Generalstaatsanwaltschaft habe die Beschwerden des Anwalts der betroffenen Familie gegen die Einstellung der Ermittlungsverfahren verworfen, teilte ein Justizsprecher mit. Damit sei das Verfahren endgültig eingestellt.

Vor zwei Jahren hatten sich Angehörige eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der niedersächsischen Polizei bei einem Einsatz in einem Mehrfamilienhaus in Rollshausen im Stockwerk geirrt und waren in das Schlafzimmer eines unbeteiligten Ehepaares eingedrungen. Nach Angaben ihres Göttinger Rechtsanwalts Sven Adam hatten die Beamten die Wohnungstür aufgebrochen und den Ehemann gefesselt und verletzt. Der Anwalt hatte gegen die beteiligten SEK-Beamten Strafanzeige wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, der Körperverletzung im Amt und der Freiheitsberaubung erstattet.

Anlass für die Polizeiaktion war ein Anruf des Hausverwalters gewesen. Dieser hatte angegeben, dass ihn ein Bewohner mit einer Schusswaffe bedroht habe. Die Polizei hatte darauf ein Spezialeinsatzkommando angefordert. Als die Beamten bemerkten, dass sie sich bei ihrem Einsatz im Stockwerk vertan hatten, stürmten sie die darunter liegende Wohnung und nahmen dort einen 45-jährigen Mann vorläufig fest. Währenddessen entschuldigten sich Vertreter der örtlichen Polizei bei dem völlig verschreckten Ehepaar. (pid)

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