Tipps für die richtige Bewerbung

Praxisbörse 2013: 20 bis 90 Sekunden entscheiden

Tipps für einen erfolgreichen Start in den Beruf: Silke Rusch stellte den Studenten Michael auf die Probe.
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Tipps für einen erfolgreichen Start in den Beruf: Silke Rusch stellte den Studenten Michael auf die Probe.

Göttingen. Ein unvorteilhaftes Bild, ein falsches Format oder ungenaue Formulierungen – all das können Stolpersteine sein, die den Weg zum Traumjob verbauen. Worauf es bei einer guten Bewerbung ankommt, zeigte am Donnerstagabend Referentin Silke Rusch im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni Göttingen.

Ihr Coaching mit dem anschaulichen Titel „Was Personaler nervt“ war eine der Vorbereitungsveranstaltungen zur Job- und Karrieremesse Praxisbörse 2013.

„Personaler sind auch nur Menschen“, stellt die Trainerin gleich zu Beginn fest. „Sie nervt das, was uns alle nervt.“ Dazu gehören zum Beispiel Unzuverlässigkeit, überflüssige Arbeit oder unprofessionelles Auftreten. Für das Anschreiben heißt das unter anderem: Die Dinge auf den Punkt bringen, also klare Formulierungen und Informationen auf einen Blick. „Der Personaler sollte nicht erst in den Unterlagen blättern müssen“, sagt Rusch. Sätze mit dem Hinweis „wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen“ sind daher tabu.

Wie leicht man in Fallen wie diese tappt, zeigte sich kurz darauf bei realen Beispielen. Fünf mutige von rund 250 anwesenden Studenten hatten sich im Vorfeld ihre Bewerbungen zur Verfügung gestellt und bekamen nun Feedback.

„Ich beginne morgen mit der Examensvorbereitung“, hieß es zum Beispiel in Michaels Bewerbung. Zum Gekicher im Saal musste die Karriereberaterin nicht viel hinzufügen: „Das „morgen“ lassen Sie lieber weg.“ Auch von vagen Formulierungen wie etwa „Ich könnte mir vorstellen“, oder „Ich würde gern“ rät Silke Rusch ab.

Ein weiterer Anfängerfehler: das Foto. Dabei sind als Mankos vor allem zu nennen: schlechte Beleuchtung, ernste Miene, strenge Krawatte. „Sie sehen verkleidet aus“, urteilt Silke Rusch über das Foto von Michael. „Sie sind zwar Jurist, es muss aber nicht so zugeknöpft sein.“ Michael gibt schließlich zu, dass Foto selbst aufgenommen zu haben. „Ich sollte das Bild nochmal überdenken“, sieht er ein.

Generell rät Silke Rusch, bei der Bewerbung auch auf Kleinigkeiten zu achten. Besonders wichtig: Der erste Satz des Anschreibens. Der sollte den Personaler überzeugen, weiterzulesen. Denn: „Ein Personaler braucht 20 bis 90 Sekunden, um zu entscheiden, ob er sich mit einer Bewerbung länger befasst oder nicht.“

Von Verena Schulz

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