Zentrum für Mikrobielle Genomforschung: Sechs Einrichtungen aus zwei Ländern

Neues Forschungszentrum in Göttingen gestartet

Start des Norddeutschen Mikrobiellen Genom-Forschungszentrums in Göttingen: Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, Institut für Mikrobiologie und Genetik Universität Göttingen, Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und Prof. Dr. Michael Hecker, Institut für Mikrobiologie Universität Greifswald. Foto: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Vier Universitäten und zwei Forschungsinstitute aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben am Freitag das Norddeutsche Zentrum für Mikrobielle Genomforschung (NZMG) gestartet. Die gemeinsame Forschung hatte schon vorher begonnen.

Es geht in diesem Projekt auch darum, neue Erkenntnisse zum Eindämmen und Bekämpfen von Infektionskrankheiten zu gewinnen.

Neu ist zwar der formelle Zusammenschluss, aber die gemeinsame Forschung läuft längst. Gefeiert werden sollte das Entstehen dieses norddeutschen Forschungsleuchtturms aber doch– mit einem Festakt in der Uni-Aula.

„Die NZMG hat ja schon begonnen zu funktionieren“, stellte denn auch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka fest. Für sie ist es ein wichtiges Projekt, das den ihrer Meinung nach im Vergleich zu anderen Regionen durchaus starken Wissenschaftsstandort Norddeutschland stärkt. „Es ist nicht so wie viele denken: Ein Nord-Süd-Gefälle gibt es in vielen Köpfen.“

Während die Politikerin Wanka diese Unterschiede noch benennt, spricht die Wissenschaftlerin und Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel lieber nur von den Stärken. Das Zentrum für Genomforschung trage dazu bei, „die Ergebnisse deutlich stärker international sichtbar werden zu lassen“. Sechs unter einem Dach würden einfach mehr beachtet.

Hoffnung auf Förder-Geld

Hoffentlich auch später bei der Vergabe von Bundes-Geld für vernetzte hochschulinerne und außeruniversitäre Forschung, wie Wanka sagt. „Die Bundesförderung für Bildung muss im Bundesrat auf den Weg gebracht werden, und zwar zuerst für die Hochschulen“, fordert Johanna Wanka.

Die Mikrobielle Genomforschung ist für Ulrike Beisiegel ein enorm wichtiges und vielversprechendes Gebiet, weil hier Lösungen für globale Probleme gesucht werden, bis hin zum Klimawandel. Sie beeinflusst Bereiche wie Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft, der Biotechnologie und synthetische Biologie.

Die Mikrobielle Genomforschung war von der Wissenschaftlichen Kommission in Niedersachsen nach einer Strukturanalyse der Forschungsbereiche als eines von fünf Themenfeldern vorgeschlagen worden, die für Zusammenschlüsse in Frage kommen und international top-konkurrenzfähig sein könnten. Dazu zählen auch die Neuro-Wissenschaften.

Es wird übrigens kein gemeinsames Gebäude für die Forschungen geben. In Greifswald aber wird ein Neubau für den Bereich entstehen, wie Woldemar Venohr vom Forschungsministerium Mecklenburg-Vorpommern berichtete.

Von Thomas Kopietz

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