Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung: 38-jähriger Mann muss sich vor Göttinger Amtsgericht verantworten

Der Eingangsbereich des Amtsgericht Göttingen
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Dem Angeklagten werden in dem Prozess um sexuelle Belästigung 14 Taten zur Last gelegt.

Weil er im Sommer zahlreiche Frauen sexuell belästigt haben soll, muss sich ab sofort ein 38-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Die Vorfälle ereigneten sich am Rosdorfer Baggersee und im Bereich der Leine. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außer zahlreichen exhibitionistischen Handlungen auch sexuelle Nötigung, versuchte Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Insgesamt sind in der Anklage 14 Taten aufgelistet.

Die Polizei hatte den 38-Jährigen Anfang August festgenommen, seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Die erste Tat soll der aus Rumänien stammende Angeklagte, der nach Angaben der Polizei erst seit kurzem in Göttingen wohnte, Ende Juni am Rosdorfer Baggersee begangen haben. Laut Anklage soll er sich dort entkleidet und sich dann neben zwei Frauen gelegt und masturbiert haben. Einige Stunden später soll er dies vor zwei anderen Frauen wiederholt haben.

Ab Mitte Juli folgten dann fast täglich weitere exhibitionistische Vorfälle. Der Angeklagte soll wiederholt Spaziergängerinnen und Joggerinnen angesprochen und vor ihnen masturbiert haben. Auch Frauen, die sich am Seeufer oder auf einer Bank sonnten, sollen von ihm sexuell belästigt worden sein.

Der gravierendste Vorfall ereignete sich dann Anfang August. Laut Anklage soll der 38-Jährige zunächst mittags eine Spaziergängerin am Ufer des Kiessees angesprochen und dabei an seinem Penis manipuliert haben. Drei Stunden später soll er dann eine junge Frau, die an der Leine in der Nähe des Wehrs auf einer Bank saß, körperlich bedrängt haben.

Die Polizei hatte nach diesem Vorfall ihre Fahndung nach dem unbekannten Sexualstraftäter verstärkt. Auch ein Polizeihubschrauber wurde angefordert. Ein Anwohner bei der Polizei nach dem Grund für den Hubschraubereinsatz und berichtete, dass er einen verdächtigen Mann gesehen habe. Das war der entscheidende Hinweis: Kurz darauf nahmen die Fahnder den 38-Jährigen fest.

Zum Auftakt des Prozesses wollte der Angeklagte zunächst keine Angaben zur Sache machen. Die Verhandlung wird Anfang Januar fortgesetzt. Der Prozess wird sich über mehrere Tage hinziehen, da das Gericht sämtliche Frauen, die laut Anklage von dem 38-Jährigen belästigt worden sein sollen, als Zeuginnen vernehmen will.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der 38-Jährige sexuell erregen wollte. Die betroffenen Frauen hätten dies als äußerst unangenehm empfunden. (Heidi Niemann)

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