Strafbefehl ist rechtskräftig

Sexueller Missbrauch: Bewährungsstrafe für Ex-Jugendtrainer von Fußballmannschaft

Wenn ein Albtraum wahr wird: Ein ehemaliger Nachwuchstrainer von Göttingen 05 hat ein früherer Jugendtrainer eines Göttinger Fußballvereins eine Bewährungsstrafe erhalten. Symbolbild: Jan Woitas/dpa
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Wenn ein Albtraum wahr wird: Ein ehemaliger Nachwuchstrainer von Göttingen 05 hat ein früherer Jugendtrainer eines Göttinger Fußballvereins eine Bewährungsstrafe erhalten.

Weil er sich mehreren Nachwuchsfußballern sexuell genähert hat, hat ein früherer Jugendtrainer eines Göttinger Fußballvereins jetzt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr erhalten.

Göttingen – Der Fall war im Herbst 2019 ins Rollen gekommen. Der betroffene Verein, Göttingen 05, hatte damals selbst Anzeige bei der Polizei erstattet. Zuvor hatte sich der Vater eines Spielers aus der U 17-Mannschaft an den Vorstand gewandt.

Das Amtsgericht Göttingen habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Strafbefehl erlassen, teilte ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde mit. Das Gericht habe die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, als Bewährungsauflage müsse der 24-Jährige insgesamt 2500 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen. Der Strafbefehl sei inzwischen rechtskräftig geworden.

Mit einem Strafbefehl können nur Vergehen, also Fälle leichterer Kriminalität, geahndet werden. Die Besonderheit dieser Art des Verfahrens liegt darin, dass keine mündliche Hauptverhandlung stattfindet. Stattdessen erlässt das Gericht, sofern es dem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft folgt, einen schriftlichen Strafbefehl. Wird innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung kein Einspruch eingelegt, wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich.

Das Strafverfahren war im September 2019 in Gang gekommen. Nach Angaben der Polizei hatte der Verein den Trainer nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinen Aufgaben entbunden.

Die umfangreichen Ermittlungen mündeten schließlich in dem jetzt verhängten Strafbefehl. Das Amtsgericht befand den 24-Jährigen insgesamt sechs Taten für schuldig, die er zwischen Januar 2017 und August 2019 als damaliger Jugendtrainer begangen habe.

In vier Fällen seien die Betroffenen der sexuellen Berührungen noch unter 16 Jahren alt gewesen, diese Fälle wurden als sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen eingestuft. Zwei weitere Fälle wurden als sexuelle Belästigung gewertet. (Heidi Niemann und Bernd Schlegel)

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