Forscher hoffen auf bessere Behandlung von Krebs

Wie sich Tumore anpassen

Göttingen. Krebszellen besitzen eine Eigenschaft, die es schwer macht, sie zu bekämpfen: Sie können sich gut anpassen. Ein internationales Forscherteam unter der Lei-tung von Professor Dr. Holger Bastians, der an der Universitätsmedizin Göttingen und am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften arbeitet, hat jetzt in Darmkrebszellen einen Schlüsselmechanismus entdeckt.

Dessen Defekte sind die Grundlage von Chromosomen-Fehlverteilungen. Diese Fehlverteilungen begünstigen, dass der Krebs Metastasen oder Resistenzen gegenüber Behandlungsmethoden bildet. Grund dafür ist die so genannte chromosomale Instabilität: Dabei geben die Tumorzellen bei jeder Zellteilung ganze Chromosomen fehlerhaft an ihre Tochterzellen weiter.

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, den Mechanismus der Chromosomen-Fehlverteilungen in menschlichen Tumorzellen zu unterdrücken. Die Mediziner hoffen nun, dass ihre Ergebnisse dabei helfen können, Krebs besser zu behandeln, indem die Anpassungsfähigkeit von Tumoren und die Entwicklung von Therapie-Resistenzen unterdrückt werden.

Internationale Studie

An der Studie, die in der Online-Ausgabe des englischen Wissenschaftsjournals „Nature Cell Biology“ veröffentlicht wurde, haben Zellbiologen, Humangenetiker, Pharmakologen und Pathologen aus Göttingen, Leipzig, Heidelberg und Seattle (USA) mitgearbeitet. (zsh)

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