Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst kooperiert mit Frauenhofer

Signal für Spitzenforschung

Standort hoch oben in Göttingen: Die HAWK – Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst ist auf den Zietenterrassen heimisch geworden. Den Standort gibt es seit 1992. Foto: Kopietz

Göttingen. In Südniedersachsen gibt es eine weitere bedeutende Forschungseinrichtung: das Frauenhofer Anwendungszentrum für Atmosphärendruck-Plasmen in Göttingen wurde am Dienstag gemeinsam mit der zweiten Frauenhofer-Forschungseinrichtung in Braunschweig von Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka eingeweiht.

Angegliedert ist das Frauenhofer Anwendungszentrum an die HAWK, die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und seinem Zentrum für Plasmaforschung.

Die Leitung in Göttingen wird der Vizepräsident der HAWK, Prof. Wolfgang Viöl, übernehmen.

Die HAWK hat es damit geschafft, in die Phalanx der Universitäten bei der Kooperation mit Frauenhofer Instituten einzudringen: Sie ist die erste Fachhochschule in Deutschland, der diese Zusammenarbeit gelingt.

„Über die Kooperation sollen die Möglichkeiten der kommerziellen Plasmatechnik erweitert und sie in neue Anwendungsfelder gebracht werden“, gibt Prof. Wolfgang Viöl als Ziel aus. Dass nebenbei Geld verdient werden soll, ist klar: 15 bis 20 Mitarbeiter sollen in den nächsten fünf Jahren einen Umsatz von 1,5 bis zwei Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften, wie Wissenschaftsministerin Wanka bei der Eröffnung sagte. Für sie passt die Kooperation von Frauenhofer und HAWK auch deshalb, weil die Fachhochschulen „dicht am Markt forschen“.

Frauenhofer Institute werden zu mehr aus 70 Prozent von öffentliche finanzierten Forschungsprojekten und der Industrie getragen, 30 Prozent steuern Bund und Länder direkt bei.

An der HAWK in Göttingen ist die Plasmatechnologie kein Neuland: Seit mehr als zehn Jahren arbeiten hier Forscher an neuen Anwendungen. Wolfgang Viöl gilt in Fachkreisen als einer der führenden Forscher im Bereich Modifikation von Holz und Saatgut mit Athmosphärendruckplasmen.

Spitzenforschung läuft hier auch in den Bereichen Plasmamedizin und Laser-Plasma-Hybridtechnologie. Ergebnisse und der kommerzielle Einsatz der Techniken sollen die Lebens- und Gesundheitssituationen von Menschen konkret verbessern helfen.

Das Frauenhofer Institut beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Atmosphärendruck-Plasmaverfahren, besonders erfolgreich ist man bei der Oberflächenmodifikation und Oberflächenbehandlung in der Medizintechnik.

Die HAWK-Präsidentin jedenfalls ist glücklich über das Frauenhofer-Anwendungszentrum: „Es bietet für die HAWK eine herausragende Möglichkeit der Forschung. Es ist der Ort, wo sich Forschungsaktivisten konkret in den Markt bewegen.“ Archivfoto: nh

Von Thomas Kopietz

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