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Pflanzenexperte: Gartenbesitzer müssen Wasserverbrauch einschränken

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Von: Raphael Digiacomo

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Der Sommer verspricht Hitze, Trockenheit und Unwettergefahr. Grund genug, sparsam mit Wasser umzugehen, wie Göttinger Agrarwissenschaftler Kersebaum erklärt.

Göttingen – Wasser sparen ist angesagt: Der Göttinger Agrarwissenschaftler Kurt-Christian Kersebaum appelliert angesichts der schon in diesem Frühjahr herrschenden Trockenheit an die Besitzer von Klein- und Privatgärten, sparsam mit der Ressource Wasser umzugehen. So sei es sinnvoll, auf das Wässern des Rasens zu verzichten und etwa eine Blühwiese anzulegen, sagte Kersebaum.

„Auf Dauer wird es sich bei der derzeitigen Klimaentwicklung nicht vermeiden lassen, dass die Wassernutzung durch bestimmte Regeln eingeschränkt und etwa das Rasensprengen in den Sommermonaten begrenzt wird.“ Hobbygärtner sollten grundsätzlich möglichst wenige Flächen versiegeln.

Göttinger Pflanzenexperte: Wasserverbrauch bewusst einschränken

Sie sollten ihre Beete und Pflanzungen so gestalten, dass der blanke Boden nicht den Sonnenstrahlen ausgesetzt sei und somit nur wenig Wasser verdunsten könne, sagte der Honorarprofessor an der Uni Göttingen und Professor am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg in Brandenburg. So soll der Sommer 2022 Unwetter, Hitze und Trockenheit bringen.

Wasserverbrauch
Wer beim Gießen im Garten oder auf dem Balkon Trinkwasser verwendet, sollte auf den Verbrauch achten. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa-tmn/Illustration

Mehrjährige winterharte Stauden könnten im Gegensatz zu einjährigen Pflanzen gute Wurzelsysteme entwickeln, die Wasser auch aus größerer Tiefe holen könnten. Der Boden sollte oberflächlich durch Harken oder Hacken aufgelockert werden, damit Gieß- und Regenwasser besser eindringen könne.

Der Experte für die Modellierung von Wasserdynamiken und die Auswirkungen des Klimawandels auf das Pflanzenwachstum empfiehlt, bestimmte trockenresistente Pflanzen anzusiedeln. Dazu gehörten etwa die sogenannten Präriepflanzen, aber auch Sonnenhut, Eisenkraut, Salbei, verschiedene Wolfsmilchgewächse und die typischen Steingartengewächse.

Bei Trockenheit und Hitze: Regenwasser statt Trinkwasser zur Bewässerung nutzen

Zum Gießen sollten Gartenbesitzer Kersebaum zufolge ausschließlich Regenwasser nutzen. Das könne in Tonnen oder unterirdischen Zisternen aufgefangen werden. Der Gesetzgeber sollte den Bau solcher Zisternen unterstützen, forderte der Wissenschaftler. Die Pflanzen sollten allerdings nicht täglich gewässert werden.

„Es ist besser, den Pflanzen in Trockenphasen alle drei bis vier Tage zehn bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter zu geben als jeden Tag eine geringe Menge.“ Das Wasser könne dann tiefer in den Boden eindringen. Eine bodennahe Bewässerung mit perforierten Schläuchen könne zudem viel Wasser sparen.

Ein Glas voll Wasser.
Wasser ist ein kostbares Gut. Der Preis für den Kubikmeter steigt zunehmend. © dpa

Auch Brunnenbesitzer sollten auf die Entnahme von Frischwasser verzichten, mahnte Kersebaum. Denn auch sie zapften dadurch das Grundwasser an: „Satellitenmessungen zeigen, dass die Grundwasservorräte in Deutschland in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen haben“, sagte der Agrarwissenschaftler. (epd/rdg)

Der Wasserverbrauch stieg in Niedersachsen zuletzt deutlich an. Schuld daran sind auch Folgen des Klimawandels wie Trockenheit und Hitze. Weil es in der Saisonvorbereitung Probleme gab, eröffnen die Freibäder in Göttingen mit Verzögerung.

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