Arbeitsgemeinschaft setzt auf gute Sozialleistungen

Göttinger Sozialstationen: Pflege-Fachkräfte fehlen

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Sie gehen das Problem des Pflegefachkräfte-Mangels an: Unser Foto zeigt die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Sozialstationen in Stadt und Landkreis Göttingen.

Göttingen. Fachkräftemangel ist das beherrschende Thema, das die Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft der Göttinger Sozialstationen umtreibt. 220 Mitarbeiter betreuen derzeit 1150 ambulante Patienten in Stadt und Landkreis Göttingen.

„Wir haben einen aktuellen Bedarf von über 40 Pflegefachkräften für den ambulanten, teilstationären und stationären Bereich im Landkreis Göttingen“, sagt Annette Willkomm , Vorsitzende des Arbeitsgemeinschaft.

Tarifgerechte Bezahlung

Willkomm hofft, dass die Vorteile für eine Beschäftigung bei den Mitgliedsverbänden hilft, den Mangel zu beheben. „Wir legen Wert auf eine tarifgerechte Bezahlung mit guten Sozialleistungen. Dazu gehören Sonderzahlungen und eine betriebliche Altersversorgung“, sagt Willkomm. Bei den privaten Pflegediensten werden diese Leistungen in der Regel nicht geboten, so die Beobachtungen. Vollzeitkräfte, die bei den Mitgliedsverbänden arbeiten, liegen inzwischen bei einem Jahresgehalt von bis 45.000 Euro.

Betreuung im Alter: Immer mehr Senioren sind auf Hilfe angewiesen.

Allerdings versuchen die neun Mitgliedsverbände dem Fachkräfte-Problem auch selbst zu begegnen. Inzwischen gibt es mehr als ein Dutzend Auszubildende. „Das hilft uns in den nächsten Jahren, den Bedarf aus den eigenen Reihen zu decken.“ Inzwischen geht die Arbeitsgemeinschaft auch auf Schulen zu. „Wir wollen das Berufsbild Pflege, das oft falsch gesehen wird, offensiv in den Schulen vorstellen.“

Inzwischen wird zudem versucht, die Arbeitszeiten der Pflegekräfte so zu legen, dass sie mit der Familie vereinbar sind. So haben viele Mitarbeiter keine Nachtbereitschaft mehr. Sollte nachts ein Notfall auftreten, so springt in solchen Fällen der Verein „Allgemeiner Rettungsverband“, der einen Hausnotruf betreibt.

Kleine Anfänge

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind die Diakonie-Sozialstation Rosdorf-Friedland, die Diakonie-Sozialstation Adelebsen, die Diakonie-Station Göttingen, der Paritätische Sozialstation Göttingen, die Caritas-Sozialstation Göttingen-Gleichen, die Caritas-Sozialstation Duderstadt sowie die Sozialstation Hann. Münden.

Die Arbeitsgemeinschaft ging aus kleinen Anfängen hervor. Gegründet wurde sie 1992 von vier Verbänden mit fünf Stationen. Sie betreuten 35 Patienten in der Stadt Göttingen, Nach und nach wurden immer mehr Stationen im Landkreis Göttingen Mitglied. Dachorganisation ist „Der Paritätische“. Er bekommt einen neuen Chef. Dr. Volker Bullwinkel übernimmt zum Monatsende die Geschäftsführung von Manfred Grönig. (bsc)

Kontakt: Arbeitsgemeinschaft der Sozialstationen in Stadt und Landkreis Göttingen, Vorsitzende Annette Willkomm, Martin-Luther-Straße 20b, 37081 Göttingen, Tel. 0551/97070, E-Mail: ds.goettingen@evlka.de

Hintergrund

Netzwerk mit vielen Helfern statt Pflegeheim

Bevor man die Entscheidung trifft, dauerhaft in eine stationäre Pflegeeinrichtung zu gehen, sollte Betroffene und Angehörige alle Möglichkeiten der häuslichen Pflege prüfen. „Oft wird eine Entscheidung fürs Heim zu schnell getroffen“, sagt Annette Willkomm, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Göttinger Sozialstationen.

Betroffene können beispielsweise die Beratung durch die Pflegestützpunkte oder den örtlichen Sozialstationen in Anspruch nehmen. Dort wird auf Wunsch bei den Patienten zu Hause überprüft, wie eine Versorgung in den eigenen vier Wänden sichergestellt werden kann. Oft ist es möglich, ein Netzwerk aus Pflegedienst, Essen auf Rädern, Hausnotruf und ehrenamtlichen Helfern aufzubauen. (bsc)

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