SPD: Dispo-Zins der Sparkasse Göttingen soll runter

Hauptstelle der Sparkasse Göttingen an der Weender Straße: Um die Dispo-Zinsen des Institutes ist eine Diskussion entbrannt. Foto: Schlegel

Göttingen. Die SPD-Fraktion im Göttinger Rat fordert ein Stopp für überhöhte Dispo-Zinsen bei der Sparkasse Göttingen. In einer Pressemitteilung wird die Sparkasse aufgefordert, diesen Zinssatz auch ohne gesetzlichen Zwang auf deutlich unter zehn Prozent zu senken.

Je nach Kontomodell liegt der Dispo-Zinssatz bei der Sparkasse Göttingen zwischen 9,50 und 13,50 Prozent. Um den günstigeren Dispo-Zinssatz zu bekommen, muss man allerdings ein Konto-Modell mit einem monatlichen Grundpreis von 15 Euro wählen.

„Bei der Sparkasse Göttingen liegt dieselbe Kostenstruktur wie bei anderen Sparkassen zugrunde. Es ist nicht einzusehen, warum hier so deutlich höhere Zinssätze als bei anderen Sparkassen gefordert werden“, heißt es in der Pressemitteilung der SPD.

Mit Blick auf ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag sei die Sparkassen eine deutliche Zinssenkung schuldig. Weiterhin fordert die SPD die sofortige Abschaffung der Kontoführungsgebühren für Studierende. Außerdem schließt sich die Göttinger SPD der Forderung der Bundes-SPD nach einer gesetzlichen Deckelung von überzogenen Zinsforderungen an. Hintergrund für den Vorstoß der Sozialdemokraten ist eine Untersuchung von Stiftung Warentest zu den Dispo-Zinsen. Kürzlich hatte Jörg Wieland, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, angekündigt, das Thema Dispo-Zinssatz im Verwaltungsrat der Sparkasse Göttingen auf die Tagesordnung zu setzen (wir berichteten).

Sparkassen-Pressesprecher Michael Rappe wies auf die hohen Kosten hin, die der Sparkasse Göttingen durch die Bereitstellung von Dispo-Krediten entstehen. Dieser Kredit sei nur für die kurzfristige Sicherstellung der Liquidität gedacht. Wer länger Geld braucht, der sollte laut Rappe einen Privat-Kredit in Anspruch nehmen, dessen Zinsen deutlich niedriger liegen. Außerdem werde in der Diskussion übersehen, dass der Dispo-Zinssatz nur ein Teil der Leistungen eines Girokontos sind. Er verwies beispielsweise darauf, dass die Sparkassen mit deutschlandweit über 25 000 Geldautomaten ein riesiges Netz zur Bargeldversorgung vorhalten.

Zudem werde der Dispo-Zinssatz bei der Sparkasse Göttingen alle drei Monate überprüft und sei an einen Referenzzinssatz gebunden. Laut Rappe liegt der Durchschnitts-Dispo-Zinssatz aller Kunden der Sparkasse derzeit bei etwas über elf Prozent. Den Studenten rät Pressesprecher Rappe, das Konto bei ihrer Heimatsparkasse zu belassen. Die Bargeldversorgung bei der Sparkasse Göttingen ist dann kostenlos.

Die Linke im Göttinger Rat begrüßte unterdessen den Vorstoß der SPD. Ratsmitglied Gerd Nier wies aber darauf hin, dass die SPD noch im Februar einen Antrag seiner Fraktion auf Senkung des Dispo-Zinssatzes im Rat abgelehnt habe. (bsc)

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