Auf Industrie-Brache soll ein architektonisch spannender Komplex entstehen

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Industrie-Brache: Auf dem Grundstück zwischen Bahnlinie (unten), Kontrollturm (links), Straße Maschmühlenweg und Parkhaus Finanzamt (unten rechts) soll ein Multi-Projekt mit Gewerberäumen, Wohnungen und Hotel entstehen.

Göttingen. Auf diesem Grundstück ging es lange Zeit rund – so lange auf dem fußballfeldgroßen Areal am Maschmühlenweg das halbrunde Lokschuppengebäude stand und die Drehscheibe davor die Lokomotiven in Position brachte. 2006 wurde der Lokschuppen abgerissen, seitdem herrscht dort die Tristesse. Nun soll es wieder rund gehen.

Innenstadtnah, zwischen Maschmühlenweg, Finanzamt, Parkhaus und Bahngleisen, könnte ein spektakulärer Neubau entstehen: Das Projekt heißt in Anlehnung an den vis-a-vis liegenden Friedhof, Bartholomäus-Bogen.

Die Stadt will die Bauleitplanung mit einem für das Gebiet maßgeschneiderten Bauplan-Entwurf auf den Weg bringen, mit einer klaren Nutzungsvorgabe: 70 Wohnungen, Räume für Dienstleistungsgewerbe und Hotel mit 40 Betten – aber keinen klassischen Einzelhandel. Integriert wird eine Parkgarage mit etwa 100 Plätzen.

Der Entwurf für den Komplex ist bereits vom Architekt und Investor überarbeitet worden. Bebaut werden sollen knapp 4800 Quadratmeter Fläche, das Gebäude wird ein vier- bis fünfstöckiger Bau in Bogenform werden – das ist eine optische Reminiszenz an den einstigen Lokschuppen.

Der Bauausschuss berät heute über das Thema „Ehemaliger Lokschuppen Maschmühlenweg“ und den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, den es noch nicht gibt. Bislang sind dort Bahnanlagen vorgesehen.

Die Stadt begrüßt das Projekt, das von dem Göttinger Architekturbüro „Brune + Brune“ geplant wird. Denn bislang gab es zwar einige Anfragen für das Gelände, aber die waren in dieser Form nicht erwünscht: für den Betrieb von Einzelhandelsgeschäften und Spielhallen, was aber für diesen Bereich nicht erwünscht ist.

Nun also könnten in dem Bartholomäus-Bogen sowohl Gewerberäume als auch Wohnungen entstehen – und das Hotel. Für eine solche Nutzung spricht laut Stadt die Nähe zum Bahnhof, zum Uni-Zentrum und zur Innenstadt. Die Lage schafft aber ein Problem: Die Lärmbelastung resultierend aus dem Zugverkehr und dem Straßenverkehr auf der viel befahrenen innerstädtischen Verbindung Maschmühlenweg. In der Nähe befinden sich auch Güterverkehrszentrum und Weender Landstraße. Der Komplex soll deshalb vor allem zur Bahn hin abgeschottet werden, durch einen verglasten Laubengang. Das Bauplan-Verfahren soll beschleunigt abgewickelt werden – damit es schnell rund gehen kann.

Von Thomas Kopietz

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