Spende soll helfen, tödlichen Hirntumor bei Kindern zu attackieren

Freude über Spende für die Kinderkrebsstation der Universitätsmedizin Göttingen UMG: Prof. Dr. Christoph Kram mit dem Patienten Jasper-Elis sowie dessen Vater Dennis Kohl. Der Verein Menschen für Kinder spendete viel Geld und Spielzeug. Foto: UMG/nh

Göttingen. 38.900 Euro als Spende hat die Kinderonkologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhalten. Spender ist der Verein „Menschen für Kinder“. Das Geld soll für die Forschung eingesetzt werden - im Bereich Hirntumore bei Kindern.

Zusätzlich zur Geldspende hatten Dieter Greilich, Jens Hebstreit und Norbert Schmidt vom Vorstand des Vereins am Samstag einen Handwagen voller Geschenke mitgebracht. Die verteilten sie an die Kinder auf der Kinderkrebsstation 4031 der Uni-Klinik - zur Freude der jungen Patienten und ihrer Ärzte.

Das Geld für die Spende war durch mehrere Aktionen des Vereins „Menschen für Kinder“ mit Sitz in Braunfels an der Lahn zusammengekommen, so eine Fahrradtour mit 500 Teilnehmern, die ihre Anmeldegebühr, „das Sattelgeld“, für die Aktion zahlten. Bei den Stopps während der Tour wurden dann in verschiedenen Städten Firmen angefahren und dort gesammelt. Beeindruckendes Resultat: 134.000 Euro, wie Norbert Schmidt berichtete. Die Einnahmen wurden geteilt und an die Kliniken in Leipzig, Berlin und Göttingen gespendet.

Dort sorgt das Geld dafür, dass ein Forschungsvorhaben weitergehen kann. Prof. Dr. Christoph Kramm und Kollegen untersuchen den aggressiven Hirntumor (Ponsgliom), der das Stammhirn besonders bei Kindern befällt. Leider sterben fast alle Betroffenen innerhalb von zwei Jahren nach Diagnosestellung an den Folgen der Tumorerkrankung.

Auch jahrzehntelange Forschungen in diesem Bereich haben noch keinen Durchbruch gebracht. Doch es gibt Hoffnung: Bei den Tumoren konnte eine fast einzigartige Gen-Veränderung in Genregulationsbereichen nachgewiesen werden. Diese Histon-Mutationen können zu weitreichenden Veränderungen in den Tumorzellen führen und so für die Aggressivität des Tumortyps verantwortlich sein.

In dem Projekt soll nun der Einfluss der Mutationen auf das Wachstum- und Streuungsverhalten der Tumorzellen untersucht werden, erläutert Christoph Kramm, Leiter der Abteilung Hämatologie und Onkologie in der Kinder- und Jugendmedizin der UMG.

Neue Medikamente könnten dann ansetzen und helfen, die Tumorausbreitung aufzuhalten.

„Wir sind für die Spende sehr dankbar“, sagte Kramm am Samstag, der noch einmal betonte, dass das Geld für das Forschungsprojekt helfen könnte, für die bisher unheilbaren Ponsgliome einen Behandlungsansatz zu finden. Beteiligt an der Forschung ist auch Dr. Maria Wiese. (tko)

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