Ambulanter Kinderhospizdienst Göttingen kümmert sich um sterbenskranke Kinder

Spielen, vorlesen, spazieren

Erinnerungen: Eine Mutter schaut sich mit ihrer Tochter Fotos von deren Schwester an, die an einer Stoffwechselerkrankung starb. In Fällen wie diesen unterstützt der ambulante Kinderhospizdienst Göttingen die Familie zu Hause. Archivfoto: dpa

Göttingen. Es ist der Alptraum aller Eltern: Man freut sich über die Geburt seines Kindes und hat es gerade erst so richtig ins Herz geschlossen, da stellt ein Arzt die Diagnose, dass es an einer schweren Krankheit leidet. Einer Krankheit, die definitiv das Leben des Kindes verkürzen wird.

Mit dieser Situation sind viele Eltern nicht nur seelisch überfordert. Sie benötigen daher dringend Hilfe. Und diese Hilfe finden sie beim Ambulanten Kinderhospizdienst Göttingen.

Ehrenamtliche Helfer

„Wir begleiten Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind“, sagt Koordinatorin Hanne Hagen, die das neu eröffnete Büro des Kinderhospizdienstes leitet. „Ehrenamtlich tätige Frauen und Männer fahren zu den Familien nach Hause und unterstützen Eltern und Kinder ein- oder zweimal in der Woche für mehrere Stunden“, erklärt sie. Dabei gehe es nicht um ein therapeutisches Fachangebot, dass die an Stoffwechselerkrankungen, Muskelerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder Krebs leidenden Kinder in der Regel ohnehin erhalten würden. „Unsere Ehrenamtlichen spielen mit den Kindern oder ihren Geschwistern, lesen ihnen etwas vor oder gehen mit ihnen spazieren“, sagt Hanne Hagen. Damit würde die gesamte Familie entlastet und die Eltern bekämen Gelegenheit, zumindest für kurze Zeit etwas abzuschalten.

Da die Situation vor allem zu Beginn auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiter alles andere als normal ist, werden sie in Schulungen auf ihren Einsatz in den Familien vorbereitet. Diese Schulungen umfassen 80 Kursstunden, in denen sich die Teilnehmer unter anderem mit der eigenen Endlichkeit und eigenen Trauererfahrungen sowie der Frage beschäftigen, wie Kinder trauern und wie sich ihren eigenen Tod vorstellen.

Sieben Frauen, ein Mann

„Zurzeit haben wir sieben Frauen und einen Mann im Alter zwischen 20 und 70 Jahren, die für uns Familien begleiten“, sagt Hanne Hagen. In einem derzeit stattfindenden Kurs würden noch einmal sieben Ehrenamtliche geschult. „In der Region Göttingen leben etwa 50 lebensverkürzend erkrankte Kinder, von denen wir derzeit drei begleiten“, so Hagen weiter. Dabei würden jeweils im Wechsel zwei Ehrenamtliche pro Familie eingesetzt. „So ist gewährleistet, dass auch in Urlaubs- oder Krankheitszeiten ein Begleiter zur Stelle ist.“ (per)

Ambulanter Kinderhospizdienst Göttingen: Hanne Hagen, Koordinatorin Danziger Straße 19, 37083 Göttingen, Tel. 0551-20 97 03 23 Fax: 0551-20 97 03 24, Mobil: 0171- 28 38 748, Email: Hanne.Hagen@deutscher-kinderhospizverein.de

Von Per Schröter

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