Sprengsatz lag auf Polizeigelände: Politischer Hintergrund möglich

Sprengsatz lag auf Polizeigelände
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Sprengsatz lag auf Polizeigelände

Göttingen. Ein Spreng- und Brandsatz wurde am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem Gelände der Bundespolizei an der Göttinger Bahnhofsallee gefunden. Ein politischer Hintergrund wird von der Polizei nicht ausgeschlossen.

Die sogenannte „Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung“ (USBV) ist der Nacht zum Donnerstag in einer handelsüblichen Plastiktüte entdeckt worden. Wer den offenbar funktionsfähigen Spreng- und Brandsatz dort abgelegt hat, wann und warum dies erfolgte, versucht die Polizei derzeit zu klären. Nach einer ersten Begutachtung durch die Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes der Göttinger Polizei handelt es sich um einen aus mehreren Bauteilen zusammengesetzten Sprengsatz, bei dem unter anderem handelsübliche Gaskartuschen verwendet wurden. Weitere Details wollen die Beamten derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht veröffentlichen.

Die Spuren lassen allerdings den Schluss zu, dass der Spreng- und Brandsatz angezündet und zur Explosion gebracht werden sollte. Warum dies fehlschlug, ist noch unklar. Die Polizei Göttingen schließt eine politisch motivierte Tat nicht aus. Über die Hintergründe ist bislang nichts bekannt. Ein Bekennerschreiben liegt nicht vor. Das vierte Fachkommissariat der Göttinger Polizei, zuständig für den polizeilichen Staatsschutz, hat die Ermittlungen übernommen.

Artikel aktualisiert um 14.10 Uhr

Die Ermittler prüfen, ob es Parallelen zu einem Brandanschlag vor zwei Jahren gibt. Anfang Dezember 2011 hatten Unbekannte mehrere Gaskartuschen vor dem Eingang des Göttinger Gerichtsgebäudes entzündet und damit einen Sachschaden von mehreren zehntausend Euro angerichtet. Die Täter hatten damals diverse Parolen an die Wände gesprüht, die auf einen linksextremen Hintergrund hindeuten könnten, unter anderem „RAZ“, die Abkürzung für „Revolutionäre Aktionszellen“. Diese militante Gruppe steht im Verdacht, mehrere Brandanschläge in Berlin verübt zu haben, bei denen ebenfalls Gaskartuschen benutzt wurden. (bsc/pid)

Hinweise erbittet die Polizei unter der Rufnummer 0551/491-1013.

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