Bastler wird schwer verletzt

Sprengsatz reißt drei Finger ab

Göttingen/Nordhausen. Nicht nur in Berlin am Sitz des Bundespräsidenten herrschte am Freitag Unruhe wegen einer Bombe, auch im thüringischen Sollstedt bei Nordhausen nahe der Grenze zu Niedersachsen: Ein 35-Jähriger wurde dort bei der Explosion eines selbstgebastelten Sprengsatzes schwer verletzt.

Mehr noch: Menschen in umliegenden Häusern wurden evakuiert, weil die Umstände der Detonation nicht bekannt waren. Die Menschen lebten zeitweise in Angst – die Ereignisse von Boston im Hinterkopf.

Von der Evakuierung waren auch die Nachbarn der Wohnung des Betroffenen betroffen, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich in der Wohnung weitere Sprengsätze befinden, wie die Polizei Nordhausen berichtet.

Der Sprengsatz war um 17.36 Uhr in einem Nebengelass im Hof eines Reihenhauses explodiert. Die Detonation zerfetzte dem Mann eine Hand.

Nach fast einstündiger Notversorgung am Unglücksort, bei der der Notarzt auch Metallsplitter im Oberkörper des Mannes feststellte, wurde der Schwerverletzte mit einem Rettungshubschrauber in das Südharzklinikum geflogen.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Klaus Adam, hatte die Festhalle öffnen lassen, um den 300 Menschen eine Unterkunft zu gewähren. Viele von ihnen kamen aber auch bei Freunden und Bekannten unter.

Zur Untersuchung des Unglücksortes waren Spezialisten des Landeskriminalamtes vor Ort. Sie konnten Reste des selbstgebauten Sprengsatzes sicherstellen. Weitere Sprengmittel wurden am Unglücksort und in der Wohnung des Mannes nicht gefunden.

Die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass der 35-Jährige handelsübliche Feuerwerkskörper entleert und das explosive Pulver in ein Metallrohr gefüllt hatte. Als er das Material mit einem Hammer verdichten wollte, löste das die Explosion aus.

Die Ärzte kämpften im Krankenhaus mit ungewissem Ausgang darum, die zerfetzte Hand wieder herzustellen oder zu erhalten. Allerdings verlor der Mann drei Finger.

Was der 35-Jährige mit der „Rohrbombe“ machen wollte ist noch nicht bekannt, da er noch nicht vernommen werden konnte. Die evakuierten Anwohner konnten ab 22.15 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. (tko)

Rubriklistenbild: © Backovic/HNA

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