Neues Stück "Hexenschuss"

Spritziges Katz- und Mausspiel im Göttinger Theater im OP

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Eine Szene aus dem Stück „Hexenschuss“ im Theater im OP: Das Stück, in dem unter anderem (von links) Ursula König, David Höhle und Monika Giro mitspielen, ist noch sechs Mal zu sehen.

Göttingen. Gute Witze vom Fließband – das ThOP-Team kann es. Das beweist es mit der seiner Inszenierung der Komödie „Hexenschuss“ von John Graham. Die Inszenierung von Klaus-Ingo Pißowotzki birgt über zwei Stunden Zündstoff für zahllose Lacher.

Klein und verwinkelt wirkt die Wohnung aus den 50er Jahren im gelungenen Bühnenbild von Ulf Janitschke. Kaum vorstellbar, dass jemand es schafft, beim Ehepaar Hills unentdeckt zu bleiben. Und doch, mit verzweifelten Lügen gelingt es Sally Hills, ihren Lover, den Fernsehstar Peter Raven, vor dem Ehemann versteckt zu halten. Dabei ist Raven im wahrsten Sinne des Wortes in der Badewanne gefesselt: Mit Hexenschuss kann er nicht mehr aufstehen.

Streik beim Flugpersonal

Doch wegen eines Streiks beim Flugpersonal kommt der Pilot Leonard Hills unerwartet nach Hause. Und auch er hat riskante Arrangements getroffen. In Erwartung, dass seine Frau nicht da ist, hat er die Wohnung als Liebesnest vergeben. Zu dumm, dass die Stewardess (Ursula König) in Vorfreude auf eine Liebesnacht mit Roger schon sehr angetrunken auftaucht. Leonard Hills muss sie vor seiner Frau verbergen.

Um es keinesfalls langweilig werden zu lassen, ist rechtzeitig zum Beginn des Verwirrspiels auch noch der Klavierstimmer Phips (Florian Hallaschka) eingetroffen. Glück für Sally, dass er dem Klischee entsprechend blind ist. Die Ärztin (Katharina Gellrich) mit Spritzen für den Hexenschuss und die Agentin (Monika Giro), die sich um Peter Ravens‘ Fernsehkarriere kümmert, sorgen für noch mehr Lügen und Durcheinander.

In Plüschhausschuhen, fast schon als Sinnbild für das vorgetäuschte kuschelige Eheleben, gibt Inka Gerhardt die Pilotengattin Sally, die in ihrer Verzweiflung immer wieder in ihrer Bewegung einfriert und als Running Gag immer gerade den Falschen Kaffee oder Tee servieren möchte. Beharrlich verstellt sie gefährliche Türen, denkt sich neue, kurz rettende Lügen aus.

Pilotengatte

Auch bei ihrem Pilotengatten (Matti Johannes Fellmann) beginnt die Fassade bald zu bröckeln. Genau wie sie kommt er immer öfter ins Schleudern und kann sein wackeliges Lügenhaus nur mit Mühe vor dem Einsturz bewahren. David Höhle gelingt ein Peter Raven, der sehr auf Außenwirkung bedacht ist. In der Badewanne scheint er ein leichtes Spiel zu haben. Doch nicht immer ist der Schutzvorhang zugezogen. So bleibt er die meiste Zeit präsent und muss sein Leiden fast ununterbrochen glaubhaft für das Publikum präsentieren.

Wie das amüsante Katz- und Mausspiel sich auflöst, können die neugierig gewordenen Leser bei einer der nächsten Aufführungen erfahren. Nur eines sei verraten: Der Theaterabend lohnt sich.

Weitere Vorstellungen am 8.12., 9.12., 11.12., 13.12., 15.12. und 16.12. jeweils um 20.15 Uhr. Karten unter E-Mail an theaterkarten@gmail.com oder unter Tel. 0551/397077.

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