Staatsanwaltschaft hat Verfahren gegen Ex-VHS-Leiter eingestellt

Kein Verfahren gegen Ex-VHS-Geschäftführer Thomas Eberwien . Foto: nh

Göttingen. Das Finanzgebaren des entlassenen Geschäftsführers der Volkshochschule Göttingen Osterode (VHS) bleibt ohne strafrechtliche Folgen.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den 52-Jährigen wegen des Verdachts der Untreue eingestellt.

Es besteht kein hinreichender Verdacht einer Vermögensstraftat. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der VHS kein finanzieller Schaden entstanden sei, teilte Behördensprecher Frank Michael Laue mit. Der 52-Jährige habe nicht belegte Ausgaben inzwischen zurückerstattet, außerdem seien gegenseitige Ansprüche aufgerechnet worden.

Der Betriebsrat hatte dem ehemaligen VHS-Leiter Thomas Eberwien vorgeworfen, mit einer betrieblichen Kreditkarte auch private Ausgaben für Hotelrechnungen, Flüge und Fahrtkosten mit einem Gesamtumfang von etwa 8500 Euro beglichen zu haben.

Der Aufsichtsrat hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang September den VHS-Leiter abberufen. Dann ermittelte auch die Staatsanwaltschaft. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge war dem VHS-Leiter im März 2015 eine auf seine Namen ausgestellte Kreditkarte überlassen worden, um die Abrechnung von Tankkosten und anderen Auslagen zu vereinfachen. Einen Monat zuvor sei außerdem ein Dienstfahrzeug für ihn angeschafft worden, das er betrieblich und privat nutzen durfte. Über die Kreditkarte seien insbesondere Reisekosten und Kosten des Dienstfahrzeugs abgerechnet worden. Seit April 2015 habe die Buchhaltung der VHS ihn monatlich dazu aufgefordert, die Belege einzureichen. Dieser Aufforderung soll der Geschäftsführer mehr als ein Jahr lang nicht nachgekommen sein.

Bis Juli 2016 soll sich der offene Saldo auf mehr als 8000 Euro summiert haben. Erst nachdem der Betriebsrat den 52-Jährigen schriftlich dazu aufgefordert hatte, Abhilfe zu schaffen, habe dieser zwei Belege übergeben und darauf hingewiesen, dass er die Kreditkarte auch privat genutzt habe. Laut Staatsanwaltschaft ergab die Auswertung der Belege, dass zwölf Belastungen der Kreditkarte nicht belegt gewesen waren. Der 52-Jährige habe dann die fehlenden Beträge von seinem Privatkonto auf das Konto der VHS überwiesen. Außerdem seien Forderungen und Gegenforderungen gegeneinander aufgerechnet worden, so dass der VHS im Ergebnis kein Vermögensnachteil entstanden sei. Einige vermeintliche Privataufwendungen seien tatsächlich betriebliche Ausgaben gewesen, so der Kauf eines 860 Euro teuren Mobiltelefons.

Der Ex-VHS-Leiter hat gegen seine fristlose Kündigung vor dem Arbeitsgericht Göttingen geklagt, das sich für nicht zuständig erklärt hat. Da der 52-jährige Geschäftsführer und kein Arbeitnehmer gewesen sei, habe man den Fall an das zuständige Landgericht Göttingen verwiesen.

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