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Stars und Göttingen-Fans wie Doris Dörrie und Matthias Brandt kamen zu Literaturhaus-Eröffnung in Göttingen

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Von: Thomas Kopietz

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Eröffnung: Die Lesung mit Doris Dörrie im Literaturhaus war ausverkauft. Zusätzlich gab es die kostenlose Übertragung auf Leinwand am Nikolaikirchhof.
Eröffnung: Die Lesung mit Doris Dörrie im Literaturhaus war ausverkauft. Zusätzlich gab es die kostenlose Übertragung auf Leinwand am Nikolaikirchhof. © Christoph Mischke

Mit einigen Stars, Schauspieler Matthias Brandt sowie die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie, feierte das Literaturhaus Göttingen die neue gemeinsame Heimstätte von Literarischem Zentrum und Literaturherbst Eröffnung.

Göttingen – Das Literaturhaus Göttingen lebt: Die neue gemeinsame Heimstätte von Literarischem Zentrum und Literaturherbst feierte Eröffnung – auch mit Stars: So kamen Schauspieler Matthias Brandt sowie die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie in die Stadt, zu der beide eine innige Verbindung haben.

Brandt als häufiger Gast im Kultursommer und Dörrie als Frau der ersten Stunde im Literarischen Zentrum, dessen Ruf sich überaus gerne folgt.

So auch vor ausverkauftem Saal und gut gefüllte Nikolai-Kirchhof bei der Außenübertragung. Gut 400 Menschen bei einer Lesung, das sind ja Verhältnisse wie beim Literaturherbst.

„Toll!“ sagte „Herbst“-Chef Johannes Peter Herberhold

Einen Vergleich, den auch „Herbst“-Chef Johannes Peter Herberhold nach den Veranstaltungen zog und alles einem Wort bilanzierte: „Toll!“.

Im Literaturhaus-Saal trat Doris Dörrie am Samstagabend in derselben Kleidung – in leuchtendem Rot – auf, wie beim vorherigen Gastspiel vor drei Jahren in Göttingen, wie sie sagte. Diesen Hinweis auf Wiedererkennungswert hätten viele der Zuhörerenden nicht benötigt – sie waren Dörrie-Fans.

Dörrie: locker, aufgeräumt und humorvoll

Locker, aufgeräumt, humorvoll präsentierte sich Dörrie im Saal, kam dort und überlebensgroß in astreiner Qualität auf der Leinwand am Nikolai-Kirchhof und sympathisch rüber.

Sie hatte ihr Buch „Die Heldin reist“ dabei. Der Titel ist nicht ausschließlich auf sich selbst bezogen, aber irgendwie doch, denn es sind Erzählungen von Reisen, die Doris Dörrie gemacht und erlebt hat. Als Frau, allein oder mit einer Reisefreundin, Eva genannt.

Reisen braucht Dörrie, eben um etwas zu erleben, sich dem Fremden auszusetzen, mit aufkommenden Ängsten umzugehen, zu leben – und nicht schlafen zu können. Fehlender Schlaf aus Angst und Unsicherheit. Doris Dörrie hat ihn in den USA erlebt, auf einem Trip nach San Francisco.

„Ich sollte Angst haben, weil ich ja in den USA bin“

Unbedarft – und noch angstfrei – als junge Frau, tut sie das, was Touristen in den USA nicht tun sollten: Sie schaut sich nicht permanent um, sie lässt Fenster offen stehen – und so weiter. „Ich sollte Angst haben, weil ich ja in den USA bin“, fiel ihr irgendwann ein.

Und schon waren da auch schlaflose Nächte. Reise 2 führte Dörrie dorthin, wo sie schon oft war, auch Filme gedreht hat: Tokio. Dort kommt sie runter, kehrt eine Ruhe ein. Und dass, obwohl gerade japanische Frauen um sie herum dort im Dauerstress sind: eine klare Hierarchie leben – inklusive vieler Aufgaben.

Offen erzählt Dörrie von diesen scheinbaren Widersprüchen, ihren Empfindungen. Humorvoll schildert sie das Erlebnis in Tokio mit einer Japanerin in einem deutschen Café samt Sahnetorte und permanenten Schweißausbrüchen. Um Vorbehalte, Vorurteile und Ängste geht es bei einer Marokko-Reise.

Publikum aus Politik und Verlagswesen war begeistert

Dem Taxifahrer trauen Doris und Eva das Schlimmste zu. Doch nichts von dem tritt ein. Dörrie lacht. Die Zuhörer lachen. Irgendwie schon mal erlebt, denken viele. Die Liste der Buchkäufer und Signatursammlerinnen hinterher ist lang. Doris Dörrie strahlt.

Das taten auch die Literaturhaus-Protagonisten Anja Johannsen und Johannes Peter Herberhold. Letzterer war auch begeistert über den Festakt mit wichtigen Gästen, aus Politik und Verlagswesen.

Beide freuten sich über die tolle Aktion mit Grüffelo-ERfinder Axel Scheffler und vielen Kindern am Sonntag. Johannsen sagte: „Wir alle im Haus sind so dankbar und glücklich darüber, wie viele Leute bei uns waren, gucken kamen und unsere Eröffnungsveranstaltungen besucht haben. Und wie sehr sich alle mit uns gefreut haben über dieses wunderbare Haus. So soll es weitergehen!“ (Thomas Kopietz)

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