Baukosten 12,5 Millionen Euro

Start für neuen JVA-Trakt: Sicherheitsverwahrte kommen am 1. Juni

Rosdorf. Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Rosdorf ist am Freitagmorgen ein Trakt für die Sicherheitsverwahrung nach nur 13 Monaten Bauzeit eröffnet worden. Es ist der einzige Neubau, in dem sicherheitsverwahrte Schwerverbrecher einziehen werden.

Ab dem 1. Juni wird das Gebäude samt Freibereich zunächst von 20 Personen bewohnt werden – sie kommen aus der Justizvollzugsanstalt Celle, wo die Bedingungen nicht mehr den neuen Vorschriften entsprechen.

Hintergrund

Im Gegensatz zur Freiheitsstrafe knüpft die Sicherungsverwahrung an die Gefährlichkeit des Straftäters für die Allgemeinheit an. Sie dient der Besserung und Sicherung von Straftätern und dem Schutz der Bevölkerung. Das Bundesverfassungsgericht hat die Normen im Strafgesetzbuch am 4. Mai 2011 für verfassungswidrig erklärt und neue Auflagen gemacht. Das Abstandsgebot verlangt, dass Sicherungssverwahrte gegenüber Strafgefangenen besser zu stellen sind , da sie ihre Strafe verbüßt haben. In Deutschland gibt es 460 Sicherungsverwahrte, darunter sind drei Frauen. In Niedersachsen sind es 37, die JVA Rosdorf hat 45 Plätze. (tko)

Die sehen nämlich auch ein größere Freiheit der Einsitzenden innerhalb des Gebäudes und eine stärkere therapeutische Betreuung vor.

Zu Einweihung kamen 150 geladene Gäste und etwa 50 Journalisten. Besiegelt wurde der Akt durch die Schlüsselübergabe: Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz überreichte der JVA-Leiterin Regina-Christina Weichert-Pleuger einen überdimensionalen Schlüssel.

Beide stellten in kurzen Reden heraus, dass die Realisierung des Projektes in nur zwei Jahren eine herausragende Leistung gewesen sei – vor allem, weil Ausschreibungsfristen gewahrt werden mussten, aber auch der Betrieb in der JVA weiterlief.

Der Bau des neuen Traktes hat 12,5 Millionen Euro gekostet.

Viel Lob erntete auch Rosdorfs Bürgermeister Harald Grahovac für seinen offenen Umgang mit dem Thema in den Gremien der Verwaltung und in Gesprächen mit Bürgern. Es habe keinen Protest im Ort gegen die Unterbringung der bereits haftentlassenen, aber weiter in Sicherheitsverwahrung genommenen Straftäter gegeben. Grahovac gab das Lob an die JVA-Leitung weiter. Die habe immer und ausführlich offen informiert. Das sei in der Bevölkerung prima angekommen.

Von Thomas Kopietz

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Rubriklistenbild: © Kopietz

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