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Stau-Chaos auf der A7 und zwei Schwerverletzte nach Gullydeckelwurf

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Von: Thomas Kopietz

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Eine Unfallstelle auf der A 7: Ein verunfalltes Auto steht an der Leitplanke.
Horror-Aktion auf der Autobahn 7 nördlich von Hildesheim am frühen Samstagmorgen: Unbekannte haben zwei Gullydeckel auf die Autobahn geworfen. Ein Deckel durchschlug die Windschutzscheibe eines Autos. Der Fahrer wurde schwer verletzt, die Beifahrerin sogar kurzfristig lebensbedrohlich. © Clemens Heidrich/dpa/nh

Auf der A7 werfen Unbekannte Gullydeckel auf die Fahrbahn: Ein 50-jähriger Tatverdächtiger wird festgenommen. Zwei Menschen sind schwer verletzt.

Hildesheim/Northeim – Viel zusammen kam am Samstag und dem letzten Ferienwochenende in Niedersachsen auf der A 7 in Südniedersachsen: Vollsperrung von Nörten-Hardenberg bis Seesen in beiden Richtungen mit einem stundenlangen Stauchaos auf Umleitungsstrecken. Ein schwerer Unfall mit Staus im Südzipfel des Landes bei Hann. Münden und schließlich ein Anschlag bei Hildesheim: Dort wurden Gullydeckel auf Autos geworfen.

Es dürfte der Albtraum eines jeden Autofahrers sein: Von einer Brücke über die A 7 nördlich von Hildesheim sind zwei Gullydeckel auf die Autobahn geworfen worden. Die Polizei nahm einen 50 Jahre alten Tatverdächtigen fest, dieser sollte noch am Sonntagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei mitteilte.

Verkehrschaos am letzten Ferien-Wochenende: Vollsperrungen und zwei schwer Verletzte

Einer der Gullydeckel traf am frühen Samstagmorgen ein fahrendes Auto und durchschlug die Windschutzscheibe. Der 52 Jahre alte Fahrer wurde schwer verletzt, seine 43 Jahre alte Beifahrerin sogar zunächst lebensgefährlich. Rettungskräfte versorgten die beiden Verletzten aus Baden-Württemberg und brachten sie in ein Krankenhaus.

Die 43-Jährige war nach Angaben der Polizei am Samstagmittag wieder außer Lebensgefahr. Der zweite Gullydeckel sowie Steine landeten auf der Gegenfahrbahn in Richtung Norden und beschädigte dort mindestens vier Fahrzeuge.

Tatverdächtig ist ein 50-Jähriger aus dem Landkreis Hildesheim. Er sei bei der Fahndung nach der Tat ins Visier der Ermittlungen geraten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag mit. Weitere Einzelheiten zu dem Mann wurden zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Gullydeckelwurf auf der A 7: Tatverdächtiger kommt aus dem Landkreis Hildesheim

Allerdings berichtete die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“, der Mann beschäftige die Behörden seit Jahren. Schon 2016 stand er dem Bericht zufolge wegen einer ganzen Serie von Taten in Hildesheim vor Gericht – demnach stahl er über Monate immer wieder Zeitungspakete sowie Fahrräder, außerdem soll er für Sachbeschädigungen an einer Grundschule verantwortlich sein. Dort soll er mehrfach auch Gullydeckel gestohlen oder versteckt haben.

Der vorbestrafte 50-Jährige erklärte laut Bericht damals, innere Stimmen hätten ihm befohlen, die Taten zu begehen. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Die Gullydeckel wurden laut einer Polizeisprecherin in der Nacht zu Samstag von einer Brücke geworfen, die zwischen den Orten Hasede und Asel nördlich von Hildesheim über die Autobahn führt.

Die Polizei setzte mehrere Streifenwagen ein, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Die beiden mehrere Kilogramm schweren Gullydeckel und die Steine wurden sichergestellt und sollen auf Spuren untersucht werden. Die Gullydeckel stammten nach ersten Erkenntnissen aus einem Industriegebiet in Harsum im Landkreis Hildesheim.

Am Tatort auf der Autobahn sicherten Spezialisten der Kriminaltechnik am Samstagvormittag Spuren. Auch ein Gutachter wurde eingeschaltet. Die Autobahn zwischen Hannover und Kassel war daher in beiden Richtungen zwischen dem Autobahndreieck Hannover-Süd und Hildesheim-Drispenstedt bis zum Nachmittag gesperrt.

Nach Gullydeckelwurf auf der A 7: Vollsperrung dauert bis zum Nachmittag

Ähnliche Fälle hat es in den vergangenen Jahren in Niedersachsen immer wieder gegeben, bei denen etwa Steine und auch Gullydeckel auf Fahrbahnen geworfen wurden: So 2016, als zwei Gullydeckel von einer Brücke auf die A 27 bei Walsrode im Heidekreis geworfen wurden. Autofahrer kamen mit dem Schrecken davon.

2008 durchschlug ein von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg geworfener Holzklotz die Scheibe eines Autos und tötete eine 33-Jährige. Ein Gericht verurteilte den 31 Jahre alten Täter zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe.

Fahrer, die am Samstag auf der A 7 unterwegs waren, mussten viel Geduld mitbringen. Ausgerechnet am letzten Ferienwochenende in Niedersachsen war die Autobahn wegen Streckenarbeiten zwischen den Anschlussstellen Nörten-Hardenberg und Seesen bis Sonntag 10.30 Uhr gesperrt. Die Umleitungsstrecken waren zeitweise komplett überlastet, voran ging es im Schritttempo. Betroffen waren auch die Straßen zwischen Seesen, um Northeim und Göttingen.

Ein Lastwagen-Unfall kurz vor der Landesgrenze zu Hessen sorgte dort für eine stundenlange Sperrung in beide Richtungen. Auch dort waren Umleitungsstrecken überlastet. (Thomas Kopietz mit dpa)

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