Allein durch Daten-CDs nahm Niedersachsen 146 Mio. Euro ein

Steuerhinterziehung: Fast 6000 zeigten sich selbst an

Göttingen/Hannover. Nicht nur Fußballmanager Uli Hoeneß hat Steuern hinterzogen und sich wegen eines Kontos in der Schweiz selbst angezeigt. Auch die Zahl der Steuersünder in Niedersachsen, die plötzlich reinen Tisch machen wollen, ist nach wie vor hoch.

Allein im ersten Quartal gab es 408 Selbstanzeigen, wie die Oberfinanzdirektion (OFD) in Hannover auf Anfrage sagte.

Bei der Oberfinanzdirektion laufen die Daten der einzelnen Steuer-Fahndungsämter zusammen. Diese gibt es in Hannover, Oldenburg, Lüneburg und Braunschweig. Das Braunschweiger Amt ist auch für die Landkreise Göttingen und Northeim zuständig, wie OFD-Pressesprecher Kai Bernhard bestätigt.

Seit dem Jahr 2010 haben sich niedersachsenweit fast 6000 Steuersünder bei den Finanzbehörden gemeldet. Einen Höhepunkt gab es 2010. Damals gingen 2941 Selbstanzeigen ein. Ein Jahr später machten 1187 Sünder reinen Tisch. 2012 beichteten 1206 ihre Steuersünden.

Finanziell lohnt sich das Aufdecken von Steuervergehen: Allein durch die Daten auf angekauften Steuer-CDs aus der Schweiz, Liechtenstein und aus Luxemburg nahm das Land von 2008 bis 2013 die stolze Summe von 146 Millionen Euro zusätzlich ein.

Bei Eingang einer Selbstanzeige prüft die Staatsanwaltschaft, ob diese strafmildernd wirkt, sagt Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Ausschlussgründe für eine Strafbefreiung lägen zum Beispiel vor, wenn die Steuerstraftat bereits entdeckt war und der Täter das gewusst habe. In solch einem Fall sei es nicht vorgesehen, dass man sich durch eine Selbstanzeige aus der strafrechtlichen Verantwortung ziehen könne. (use/bsc)

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