Nordharz-Route

Steuerzahlerbund kritisiert Schilderwahn auf Autobahn 36

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Bei einer Autobahn 36 gibt es Streit um die Schilder.

Hannover – Teurer Spaß: Die Aufwertung der vierspurigen Bundesstraße B 6 bei Vienenburg (Kreis Goslar) zur Autobahn und die damit verbundenen Umbenennungen haben 4,67 Millionen Euro für neue Schilder verschlungen.

Das hat das Bundesverkehrsministerium in einem Schreiben an den Steuerzahlerbund Niedersachsen jetzt amtlich aufgelistet.

„Selten ist im Verkehrssektor Steuergeld so unnütz verbrannt worden“, kritisiert der Vorsitzende der Organisation, Bernhard Zentgraf. „Durch die bloße Umbenennung kommt niemand schneller in den Harz und von dort weg.“ Auch die erhofften Wirtschaftsimpulse für die Harzregion seien fragwürdig, weil es ausgebaute Bundesstraßen und eine Bundesautobahn bislang schon gegeben habe.

Seit Anfang 2019 gilt das Upgrade der alten B 6: Das zwei Kilometer lange Teilstück von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt bis zum Dreieck Vienenburg wurde zur A 36 hochgestuft. Der 4,2 Kilometer lange Abschnitt von Vienenburg nach Bad Harzburg mutierte von der B 6 zur A 369. Und wo man schon dabei war: Die bisher bereits bestehende Autobahn A 395 von Vienenburg zum Dreieck Braunschweig-Süd wurde in A 36 umgetauft. Ausbauten der Fahrstreifen gab es allerdings nicht.

Kosten Umbenennung: 4,65 Millionen Euro

Kosten der drei Namenskuren für die im Volksmund so bezeichnete „Nordharz-Autobahn“ laut Bundesverkehrsministerium, das sich auf Angaben der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau beruft: 920 000 Euro, 2,7 Millionen und 1,05 Millionen Euro.

Die „Aufstufung“ und die „damit verbundene Erweiterung des Dreiecks Vienenburg zu dem reinen Autobahndreieck Nordharz“ hätten zwingend eine „Anpassung der wegweisenden Beschilderung“ erfordert, „da die Wegweisung eine besondere Bedeutung für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs besitzt“, schreibt das Berliner Ministerium. „Durch eine funktionsgerechte Ausführung der Wegweisung können verkehrsgefährdende Fahrmanöver wie abrupte Fahrstreifenwechsel oder starkes Bremsen vermieden werden.“ Natürlich fehlt nicht der Hinweis auf die einschlägigen Vorschriften, die „Richtlinien für die wegweisende Beschilderung auf Autobahnen (RWBA 2000)“.

Steuerzahler-Chef Zentgraf spricht dagegen von einem durch nichts gerechtfertigten „Umbenennungswahn“. Allein die zwei neuen Schilderbrücken über der Fahrbahn am Vienenburger Knoten schlügen mit 1,2 Millionen Euro zu Buche. „Sie sind für Autobahnen vorgeschrieben, nicht jedoch für autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen wie die bisherige B 6“. Unberücksichtigt blieben die Kosten bei Privatpersonen oder Firmen, wie durch den Neudruck von Anfahrtsskizzen.

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