In der Sterilgutversorgung der UMG werden täglich bis zu 10.000 Instrumente gereinigt

Stille Helfer bei der OP

Genauigkeit ist wichtig: Mitarbeiterin Olga Bassauer kontrolliert jedes einzelne Instrument. Abteilungsleiter Jörg Streckenbach schaut ihr dabei über die Schulter. Foto: Schulz
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Genauigkeit ist wichtig: Mitarbeiterin Olga Bassauer kontrolliert jedes einzelne Instrument. Abteilungsleiter Jörg Streckenbach schaut ihr dabei über die Schulter.

Göttingen. Ob eine Operation erfolgreich verläuft, hängt nicht nur vom behandelnden Arzt ab. Viele stille Helfer sorgen dafür, dass im OP-Saal alles glatt läuft und die Wunde des Patienten schnell wieder heilen kann. Zu diesen Helfern gehören auch Jörg Streckenbach und sein Team.

Er ist Leiter der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) der Göttinger Unimedizin (UMG) und ist dafür verantwortlich, dass in jedem Operationssaal immer frische Instrumente zur Hand sind - vor allem logistisch eine wahre Herausforderung.

„Das wichtigste sind die Mitarbeiter“, sagt Streckenbach, zu dessen Team 65 Leute zählen. „Sie müssen gut ausgebildet sein, genau und eigenverantwortlich arbeiten.“ Bis zu 10.000 Instrumente gehen jeden Tag durch ihre Hände. Die Abteilung arbeitet die Geräte für alle OPs innerhalb der UMG sowie des Evangelischen Krankenhauses Weende steril auf.

Direkt nach dem Eingriff werden die Instrumente in Containern an die ZSVA geliefert. Aber nicht wild durcheinander: Die teils blutigen Klemmen, Scheren und Co. liegen auf sogenannten Sieben. Auf diesen ist gekennzeichnet, woher sie kommen. „Wir liefern an 120 verschiedene Stellen“, erklärt Streckenbach. „Und jede will auch die Instrumente wiederhaben, die sie abgegeben hat.“ Um das sicherzustellen, bedarf es eines ausgeklügelten EDV-Systems.

Die Siebe samt Instrumenten werden zunächst grob abgespült. Dann durchlaufen sie in speziellen Maschinen ein bis zu eineinhalbstündiges Waschprogramm zur Reinigung und Desinfektion. Für letzteres garantiert eine Behandlung mit 93 Grad heißem Wasser. „Es ist so ähnlich wie in einem großen Geschirrspüler mit einem sehr intensiven Waschprogramm“, erklärt Streckenbach. 500 Siebe pro Tag werden durch die Maschinen geschickt. Insgesamt sind 3500 im Umlauf.

Nach dem Waschgang geht es mit dem Sortieren weiter. „Für jede OP steht genau fest, welche Instrumente benötigt werden“, so Streckenbach. Die Mitarbeiter der ZSVA stellen für jeden medizinischen Bereich und jede geplante OP das benötigte Set zusammen. Packlisten zeigen dabei nicht nur an, welche Instrumente benötigt werden, sondern auch, in welcher Reihenfolge sie in die Siebe sortiert werden müssen - Alles, damit die Operateure es später so einfach wie möglich haben.

Die fertig gepackten Siebe werden nun verpackt. „Steril ist der Inhalt jetzt nicht“, erklärt Streckenbach. „Schließlich waren wir mit unseren Händen an den Instrumenten.“ Deshalb geht alles mitsamt der dampfdurchlässigen Verpackung in eine weitere Maschine. Darin wird das OP-Besteck mit 134 Grad heißem Dampf behandelt. „Das tötet so ziemlich jeden Keim.“ Gut sortiert und verpackt machen sich die sterilen Geräte schließlich zurück auf den Weg zu ihren Stationen.

Der Qualitätstandard der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung der UMG wurde erst kürzlich durch den TÜV Rheinland ausgezeichnet. Das Zertifikat erhält, wer über den bundeseinheitlichen Vorgaben liegt. „Die Standards gibt das Bundesgesundheitsamt vor, da gibt es wenig Spielraum“, sagt Abteilungsleiter Jörg Streckenbach. „Die Zertifizierung zeigt aber, dass wir auf einem sehr hohen Qualitätsniveau liegen.“ Die Anforderungen an die Sterilisation seien zudem in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen der Abteilung sind deshalb in den letzten Jahren nach und nach erneuert worden. (vsz)

Von Verena Schulz

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