Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt

Göttingen. Vor der Osthalle der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) standen die Kinder am Dienstag Schlange. Dort hatte die Teddyklinik geöffnet.

Puppe Mine leidet unter starken Hustenanfällen. Ihr Hals sei schon ganz wund, erklärt die fünfjährige Besitzerin Amelie besorgt. Die sitzt, ihre zweite Puppe Toni tröstend vor den Körper gepresst, vor Medizinstudentin Hannah Kohler. Die angehende Ärztin soll „mal gucken, was Mine hat“.

Kohler gehört zu der Gruppe von Göttinger Medizinstudierenden, die das Projekt „Stofftier-Krankenhaus“ ins Leben gerufen haben. An zwei Tagen im Jahr wollen sie den Kindern auf spielerische Art und Weise die Angst vor Ärzten nehmen. „Die Kinder sollen verstehen, dass ihnen im Krankenhaus nichts Schlimmes passiert“, sagt Mitorganisatorin Lena Reinhard. „Außerdem helfen sie tatkräftig mit, damit ihre flauschigen Lieblinge auch schnell wieder gesund werden.“

Genau wie in einem echten Krankenhaus gibt es in der Teddybärklinik verschiedene Abteilungen. Lose Knopfaugen werden in der Ambulanz wieder angenäht, schmerzende Stoffkörper im Röntgenraum durchleuchtet und versteifte Rüssel auf dem Operationstisch wieder gerichtet. In einer bestens ausgestatteten Apotheke können sich die Kuscheltier-Eltern anschließend noch mit Pflastern, süßer Medizin und selbstgenähten Stoffschals eindecken, um ihre Lieblinge zuhause vollkommen gesund zu pflegen.

Auch die fünfjährige Naaso ist mit ihrer bunten Stoffraupe Raupi in die Teddyklinik gekommen, um die Ursache für deren plötzlich aufgetretene Bauchschmerzen feststellen zu lassen. Vorsichtig bettet sie Raupi auf einen Tisch, damit sie sie gemeinsam mit Medizinstudent Felix Huber-Petersen untersuchen kann. Der schließt zwar nicht aus, dass Raupi zu viele Gummibärchen verspeist haben könnte, durchleuchtet den Stoffkörper aber sicherheitshalber noch einmal.

Zum Vorschein kommt eine verschluckte Schraube. Um die wieder aus dem Bauch herauszubekommen, muss operiert werden. „Aufregend“, findet Naaso und versorgt die noch narkotisierte Raupe mit einem Pflaster.

„Kinder sind sehr kreativ, was das Ausdenken und Behandeln der Krankheiten angeht“, sagt Lena Reinhard. Deshalb sei die Teddyklinik auch für die Medizinstudenten, allesamt in ihren ersten Semestern, eine Bereicherung. „Wir können hier den Umgang mit den jüngsten Patienten proben - und noch dazu macht es uns Freude, Zeit mit den Kindern zu verbringen.“

Die Teddyklinik ist in der Osthalle des Universitätsklinikums, Robert-Koch-Straße 40, zu finden. Dort werden auch am Mittwoch, 21. Mai, von 8 bis 17 Uhr die Kuscheltiere der Kinder behandelt.

Fotos vom Stofftier-Krankenhaus

Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt

Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt
Stofftier-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vorm Arzt © HNA

Rubriklistenbild: © Freier Mitarbeiter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.