Studenten gestalten Dürer-Ausstellung

Geschenk: Diese Nachzeichnung der Radierung „Albrecht Dürer kommt in die Lehre“ gehört zu einer Serie, die ein Sammler der Kunstsammlung geschenkt hat. Foto: Uni/nh

Göttingen. „Sterbliche Götter – Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik“ lautet der Titel einer Sonderausstellung vom 19. April bis 19. Juli in der Kunstsammlung der Universität im Auditorium am Weender Tor. Sie wurde von Studenten und Promovierenden der Kunstgeschichte erstellt.

Im Leben sind sich Raffaello Sanzio (1483 bis 1520) und Albrecht Dürer (1471 bis 1528) nie begegnet. Doch die Vorstellung einer Freundschaft der beiden Künstler ist eine tragende Idee der deutschen Romantik. Oft wurden die beiden Musterkünstler Italiens und Deutschlands zusammen oder sogar Hand in Hand dargestellt. In der Sonderausstellung greift die Kunstsammlung der Universität Göttingen diese Idee, die beiden Künstler hätten befreundet sein können, auf.

Die Vorstellungen von Dichtern, Malern und Kunsthistorikern der Romantik, die in Raffael und Dürer geistesverwandte Ausnahmetalente sahen, waren äußerst produktiv. Sie ahmten die beiden künstlerisch, moralisch und biografisch nach. Die Verschmelzung von Ideal und Charakter, von Süd und Nord, von „Italia“ und „Germania“ wurde zu einem Hauptanliegen der Romantik.

Im Mittelpunkt der Göttinger Ausstellung stehen die beiden Bildserien zum Leben Raffaels von den Göttinger Brüdern Franz und Johannes Riepenhausen. Darüber hinaus werden Zeichnungen, Druckgrafiken, Gemälde, Skulpturen und Medaillen gezeigt.

Bücher illustrieren die frühe kunsthistorische Erforschung von Raffael und Dürer. Ein Augenmerk liegt auf Kindheit und Tod der beiden Künstler. Deshalb sind unter den Exponaten seltene Reliquien des säkularen Künstlerkultes, der bis zur Öffnung von Raffaels Grab im römischen Pantheon 1833 reichte, erstmals im Zusammenhang zu sehen.

Pünktlich zur Ausstellung hat die Kunstsammlung von einem privaten Sammler eine äußerst seltene Serie von Radierungen des Nürnberger Künstlers Johann Philipp Walther (1798 bis 1868) geschenkt bekommen. Die Bilder zeigen Szenen aus dem Leben Albrecht Dürers und werden in der Sonderaussstellung eine zentrale Rolle einnehmen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Aufsätzen und Abbildungen. Zum Begleitprogramm gehören ein Werkstattgespräch und mehrere Vorträge. Nach der Eröffnung am Donnerstag, 16. April, ab 18 Uhr ist die Sonderausstellung jeweils sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. (zsh/tko)

Weitere Infos: www.uni-goettingen.de/de/508289.html

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.