Bundesweit aktiver Verein bietet in Göttingen kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Kinder

Studenten helfen Schülern

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Tobias Forner

Göttingen. Mathe, Deutsch oder Fremdsprachen - viele Kinder und Jugendliche haben kurz- oder längerfristig einmal mit Wissenslücken oder Schwierigkeiten beim Lernen zu kämpfen. Für viele Eltern und Schüler heißt die Lösung: Nachhilfe.

Doch Nachhilfe kostet und ist trotz Bildungsgutscheinen für manche Familien kaum erschwinglich. An diesem Punkt setzt die Hilfsidee des Vereins „Studenten bilden Schüler“, der seit 2011 auch in Göttingen vertreten ist, an. In dem Verein haben sich in 19 deutschen Uni-Städten Studenten zusammengetan, um sich für mehr Bildungsgerechtigkeit einzusetzen.

Alle arbeiten ehrenamtlich

„Wir organisieren Nachhilfe für Schüler, deren Familien sich das sonst nicht leisten können und zwar kostenlos“, erklärt Julia Schrader vom Göttinger Standortteam. Alle im Verein aktiven Studenten arbeiten ehrenamtlich. Das Interesse ist groß. Aktuell sind in Göttingen 41 Nachhilfelehrer einsatzbereit.

Mehrere studieren auf Lehramt und sehen in dem Angebot die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren und gleichzeitig Erfahrung im Lehren zu sammeln. So wie Tobias Forner, der Mathematik und Philosophie studiert. Seit einem halben Jahr fährt er einmal in der Woche mit dem Bus nach Bovenden, um einem IGS-Schüler Mathe-Nachhilfe zu geben.

Kurzfristiges Ziel sei, dass der Achtklässler die Hausaufgaben korrekt erledigt, berichtet der Lehramtsstudent. „Langfristig soll die Nachhilfe ihm helfen selbstständig zu arbeiten.“ Doch das ist ein langwieriger Prozess, weiß Forner.

Wichtig sei, dass die Schüler freiwillig zur Nachhilfe kommen und die Eltern das Projekt unterstützen, ergänzt Julia Schrader.

Neben Mathe-Nachhilfe ist besonders oft Unterstützung im Fach Deutsch gefragt, weil viele Schüler einen Migrationshintergrund haben. In jedem Fall sucht der Verein „Studenten bilden Schüler“ einen individuell passenden Nachhilfelehrer, Bei 41 Studierenden der verschiedensten Fachrichtungen und 28 Nachhilfeschülern ist das aktuell kein Problem.

Viel zeitaufwändiger als an der Uni Studenten für die Nachhilfe zu werben, ist es für den Verein, Kontakte zu Schulen und anderen Jugendhilfeeinrichtungen aufzubauen. Sie wissen am besten, welche Schüler Nachhilfebedarf haben.

Lehrer kennen Familien

Der Verein schätzt die Vermittlung durch möglichst einen festen Ansprechpartner. „Die Lehrer kennen die Familien, sie wissen, wer bedürftig ist“, erklärt Julia Schrader. Denn der Verein will die Bedürftigkeit eben nicht an starren Regeln festmachen.

In den vergangenen Monaten hat sich der Göttinger Verein verstärkt um die Werbung bemüht und erste Erfolge verzeichnet. Weitere Schulen und Lehrer, die sich für das Angebot interessieren, können sich direkt an den Verein wenden. Dies gilt aber auch für Eltern, deren Kinder Schulprobleme haben. (zsh)

Verein ist bundesweit aktiv

Der in 19 Universitätsstädten aktive Verein „Studenten bilden Schüler“ unterstützt Schüler aus einkommensschwachen Verhältnissen durch kostenlose Nachhilfe. Im Einzelunterricht helfen die Studenten den Schülern für ein bis zwei Stunden pro Woche.

Ein Leitungsteam organisiert in Göttingen die Nachhilfe vor Ort, sucht Studenten für die Nachhilfe, bereitet sie auf die Aufgabe vor und begleitet sie während des ehrenamtlichen Engagements.

Kontakt für soziale Einrichtungen und Schüler per E-Mail: nachhilfe.goettingen@studenten-bilden-schueler.de Für Studenten, die Nachhilfe geben möchten, gilt die Adresse: studenten.goettingen@studenten-bilden-schueler.de

Weitere Informationen gibt es Internet unter der Adresse: www.studenten-bildenschueler.de

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