Fahrer sind begeistert

System aus Südniedersachsen: Scharfer Blick im Motorsport nach hinten dank Kamerasystem

Mini-Kamera statt Außenspiegel: Am KTM-Rennwagen hat das Unternehmen Kappa Optronics sein Camera-Monitor-System (CMS) installiert.
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Mini-Kamera statt Außenspiegel: Am KTM-Rennwagen hat das Unternehmen Kappa Optronics sein Camera-Monitor-System (CMS) installiert.

Ein High-Tech-Unternehmen aus Klein Lengden südlich von Göttingen hat sich auf die Entwicklung, Fertigung und den Einbau digitaler Kamera-Monitor-Systeme spezialisiert – in Flugzeugen, Panzern und besonders schnellen Autos.

Klein Lengden – Tiefstehende Sonne, verdreckte Fenster und Spiegel, Gischtwolken hinter dem Auto und der berüchtigte tote Winkel. Autofahrer kennen das. Rennfahrer erleben es noch intensiver. Der Blick in den klassischen Rückspiegel birgt Gefahren, für den Fahrer wie andere Verkehrsbeteiligte.

Aston Martin Valkyrie, Gordon Murray T.50 und KTM X-Bow GT X – Automobil-Freaks klingeln die Ohren, wenn sie die Namen dieser Sportwagen der Spitzenklasse hören, die auch auf Rennstrecken zu Hause sind. Bei ihnen kommt es auf Hundertstelsekunden pro Runde an, ein hoher Sicherheitsstandard ist Pflicht. Anteil daran hat ein kleines, High-Tech-Unternehmen aus Klein-Lengden bei Göttingen: Kappa Optronics.

Das Unternehmen mit seinen 150 Mitarbeitern verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung. Dort entstehen Hochleistungs-Kamera-Systeme auch für Flugzeuge und Militärfahrzeuge – und für Super-Sportwagen, in denen zwei Monitore im Cockpit und zwei Mini-Kameras die Außenspiegel ersetzten und den Blick – auch bei Dunkelheit – nach hinten deutlich verbessern, „weil ganz andere Winkel gezeigt und hochauflösende, kontraststarke Bilder geliefert werden“, wie Fabian Claus von Kappa Optronics sagt.

Das Unternehmen stattet in dieser Saison erstmals Rennwagen von KTM aus, ist damit bei internationalen Rennserien vertreten. So besuchten Claus und ein Kappa-Team kürzlich den legendären Nürburgring. Dort war der KTM GT X beim 24-Stunden-Rennen am Start und so erlebten die Kappa-Mitarbeiter hautnah, was Rennsport bedeutet: irrwitzige Geschwindigkeiten und – wie so oft in der Eifel – wechselnde Witterungsbedingungen. „Es herrschte Regen und Nebel“, sagt Fabian Claus. Harte Bedingungen für die Fahrer und das Material, aber auch für die Kappa-Mini-Kameras, die seitlich am KTM angebracht sind.

„Das Camera-Monitor-System (CMS) hat den Härtetest bestanden, hervorragende Bilder geliefert“, sagt Kappa-Geschäftsführer Johannes Overhues. Solche Erfahrungen bringen die Techniker bei Kappa weiter. Das CMS-System wurde für den Motorsport optimiert, ist aber auch für den Straßenverkehr zugelassen und wird von Aston Martin verbaut. „Weitere Projekte sind in der Vorbereitung“, sagt Claus, verraten will er sie – noch – nicht. Auch mit großen Automobilherstellern sei man im Gespräch gewesen, fertigte für das Experimental-Auto VW XL 1 das erste eingesetzte Kamera-Monitor-System.

Aber Kappa Optronics strebt diese Zusammenarbeit mit den „Großen“ nicht zwingend an, will zunächst lieber in seiner Nische, der Ausstattung von Kleinserien wie KTM, bleiben. Dort sind die Beteiligten hochzufrieden, und das Wort der Fahrer hat Gewicht: Es gibt keine Verzögerung, kaum aufs Bild übertragene Vibrationen des Autos. „Das Sichtfeld ist viel größer, und ich habe das Gefühl, den bestmöglichen Überblick zu haben“, sagt Fahrerin Laura Kraihamer. Größter Vorteil für die KTM-Pilotin aber ist, „keinen toten Winkel zu haben“. So minimiert sich das Unfallrisiko, wie Fahrerin Kraihamer erklärt. Das wäre auch beim Einbau in Serienautos und Lastwagen der Fall, ergänzt Fabian Claus von Kappa Optronics. Weitere Infos gibt es hier. (Thomas Kopietz)

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