Polizei und Verbraucherschützer warnen

Täter erfinden ständig neue Varianten: Raffinierter Betrug im Internet

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Angebot im Internet. Die Niedersächsische Polizei warnt ständig vor aktuellen Maschen der Online-Straftäter. 

Das neueste I-Phone für 300 Euro? Hippe Adidas-Sneaker für 76 Euro? Solche vermeintlichen Schnäppchen im Internet entpuppen sich schnell als fiese Abzocke.

Wer im Voraus bezahlt, ist sein Geld los, ohne die online bestellte Ware je gesehen zu haben. Die Zahl professionell aufgemachter „Fake-Shops“, die keine oder nur minderwertige Waren lieferten, steige ständig, warnen Landeskriminalamt (LKA) und Verbraucherzentrale (VZ) angesichts des beginnenden Weihnachtsgeschäfts. 

„Die Tricks der Kriminellen werden immer raffinierter“, sagte VZ-Geschäftsführerin Petra Kristandt am Dienstag in Hannover. Dabei können Verbraucher selbst bei seriös klingenden Firmennamen nicht sicher sein. 

Ein Mann orderte auf der Internetseite „versandhaus-otto.de“ eine Waschmaschine im Sonderangebot für 459 Euro, leistete Vorkasse per Banküberweisung – und wartete vergeblich. Die Betrüger hatten eine stillgelegte Internetadresse des Otto-Versands reaktiviert. Nach diversen Beschwerden und Anzeigen ist diese inzwischen wieder offline.

„Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand, schauen Sie genau hin“, appellierte Kristandt an die Online-Käufer. „Wenn das neueste Handy nur ein Bruchteil des normalen Preises kosten soll, kann einfach etwas nicht stimmen.“ 

Daneben gebe es zahlreiche Indizien für einen Fake-Shop: Bei fehlendem Impressum, stümperhaftem Deutsch in den Bestellbedingungen oder unsinnigen Begriffen im Warenkorb sei allerhöchste Vorsicht geboten. 

Verdächtig sei es auch, wenn es die Einkäufe nur gegen Vorkasse auf Kreditkarte gebe. Hier bestehe nicht nur die Gefahr, dass die bezahlte Ware nicht geliefert, sondern auch noch die Kartennummer für weitere Gaunereien missbraucht werde.

Tipp der Verbraucherschützerin: auf Gütesiegel wie „Trusted Shops“ achten und im Internet nach Bewertungen über die Anbieter suchen. Sie selbst habe nach Warnungen anderer Kunden im Netz lieber die Finger vom Online-Kauf einer scheinbar günstigen Regenjacke gelassen, berichtete Kristandt. 

Mit Blick auf zunehmende Fälle von Identitätsklau und Abgreifen von Konto-Infos mahnte sie außerdem, sensibel mit den eigenen Daten umzugehen. „Keine Bankgeschäfte über öffentliche Netzwerke.“

2017 verzeichnete das LKA allein in Niedersachsen 9000 Fälle von Cybercrime mit einer Schadenssumme von 6,7 Millionen Euro. Mehr als 6000 Delikte betrafen Betrug.

„Es gibt aber ein extrem hohes Dunkelfeld“, erklärte de Vries und empfahl geprellten Bestellern, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten – selbst wenn man sich über die eigene Dummheit schäme oder den Schaden für gering halte. „Genau darauf reflektieren die Kriminellen. Sie bleiben bewusst im zweistelligen Bereich.“

Die Betroffene scheuten dann den Aufwand, die Gangster aber machten den Reibach. „Bei mehreren tausend Opfern ist das für sie ein lohnendes Geschäft.“

Aktuelle Masche: Erpressung mit der elektronischen Post

Bereits im Mai und Juli warnte die Niedersächsische Polizei vor Wellen von Erpressungs-Mails, die nach angeblichem Pornokonsum massenhaft und in verschiedensten Versionen verschickt wurden. Diese Masche wird weiter massiv genutzt. Die Beamten bekommen täglich mehrfach Anfragen von überwiegend verunsicherten Bürgern, die sich diese Mails nicht erklären können. 

Tipp: Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und nicht auf die Erpressung eingehen. Die Täter verunsichern die Empfänger, in dem auch ein dem Empfänger zugehöriges Passwort mitgeteilt wird oder die Mail anscheinend vom Mailkonto des Empfängers selbst zu stammen scheint. 

Dies ist laut Polizei nur Show der Täter, um die Bedrohung wirksamer zu gestalten.

Weitere Infos zum Thema Internet-Kriminalität gibt es hier.

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