Theater am Puls der Zeit

Das DT ist im Umbruch: Neues Personal, Programm und ein Hausumbau

Deutsche Theater
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Das neue Leitungsteam am Deutschen Theater in Göttingen: (von links) Inge Mathes (Öffentlichkeitsarbeit/Marketing), Erich Sidler (Intendant), Sara Örtel (Dramaturgie), Sonja Bachmann (Dramaturgie und Leitung Programm für Kinder und Jugendliche), Philip Hagmann (Dramaturgie), Gabriele Michel-Frei (Theaterpädagogik) und Matthias Heid (Chefdramaturg).

Göttingen. Offener, lebendiger, anders – das Deutsche Theater in Göttingen steht vor einem Umbruch, personell, inhaltlich und – eingeschränkt – baulich. Unter dem künftigen Intendanten Erich Sidler gibt es ein neues Führungsteam, dreizehn neue Ensemblemitglieder und ein Spielzeit-Programm 2014/15, in dem Klassiker rar sind.

So steht am Auftakt der Spielzeit am 3. Oktober eben kein Klassiker, wie zuletzt noch unter Mark Zurmühle. „Homo Empathicus“ von Rebekka Kricheldorf, bei dem alle 26 Schauspieler des Ensembles auf der Bühne stehen werden, wird bereits ein Zeichen setzen. In dem von Sidler inszenierten Stück geht es um eine Gesellschaft, in der scheinbar alle negativen Dinge ausgemerzt worden sind. „Wir wollen mal sehen, wozu das führt“, sagte Sidler bei der Programmvorstellung.

Ein Satz, der auch als Untertitel für das diesmal mottolose Programm 2014/15 stehen könnte. Viele Stücke greifen tagespolitische- und gesellschaftsspezifische Fragen auf – sind brandaktuell, wie „Spam. Fünfzig Tage - Starkes Spiel zwischen zwei Welten“: Es geht um die Ausbeutung der Menschen im Kongo, die aus den Gruben den Rohstoff für die Handy-Produktion holen, dabei sterben, während bei uns keiner mehr ohne Handy leben kann. Unterschiedliche Welten rücken zusammen.

Zusammenrücken sollen im Deutschen Theater in der neuen Spielzeit auch Besucher und DT-Akteure: Intendant Sidler kündigt ein offenes Haus an, das auch baulich ein Zeichen setzen wird: Das Foyer mit Säulen und Treppen wird umgebaut, die Garderoben entfernt, stattdessen die „Bar Bellevue“ eingerichtet. „Damit die Menschen länger verweilen“, wie Sidler sich wünscht.

Sich näherkommen sollen Gäste und Schauspieler auch im Studio, der kleinen Bühne, die nun DT-2 heißen wird.

Die Sparte Junges Schauspiel wird es nicht mehr geben. „Wir wollen große Themen für junge Leute, die auch interessant für Ältere sind, im Großen Haus spielen.“ Die Schauspieler werden ebenfalls nicht mehr in Sparten aktiv sein. „Jeder soll alles spielen“, sagt der Intendant.

Neu ist die künstlerische Leitung: Matthias Heid (Chefdramaturg), Philip Hagmann, Sara Örtel und Sonja Bachmann (Dramaturgie) sowie Gabriele Michel-Frei stehen für den Umbruch im DT, das zwei Stücke mit dem Jungen Theater (JT) produzieren wird.

Von Thomas Kopietz

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