Thema Einbrüche: Göttinger Polizei verstärkt Kontroll-Aktionen

Einbrüche: Diese Taten machen der Polizei erhebliche Sorgen. Deshalb hat sie eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet. Foto: dpa

Göttingen. Die Polizei im Landkreis Göttingen intensiviert ihren Kampf gegen Einbrecher. Diese Straftaten machen den Beamten ziemliche Sorgen.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Bereich der Polizeiinspektion lag 2016 bei 520, sieben mehr als im Vorjahr und damit weiter auf hohem Niveau. Von 2014 auf 2015 gab es einen großen Anstieg um 50 Prozent, und dieses hohe Niveau hält an. Mit aktuell 23,56 Prozent wird allerdings nur etwa jede vierte Straftat aufgeklärt.

Deshalb gibt es inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe, die sich ausschließlich um Einbrüche kümmert. Ergebnis von Kontrollaktionen, bei denen weit über 100 Beamte beteiligt sind: Mehr als ein Drittel der Taten ordnen die Beamten reisenden Tätergruppierungen - in der Regel aus Südosteuropa - zu. Sie wurden bei den Aktionen immer wieder angetroffen. Überprüfungen ergaben, dass sie in vielen Fällen wegen Einbruchsdelikten polizeibekannt sind.

Die übrigen Vorfälle schreiben die Beamten Einbrechern aus der Region sowie Tätern aus dem Bereich der Beschaffungskriminalität zu.

Absoluter Schwerpunkt bei den Einbrüchen ist übrigens Göttingen. Und dort gibt es vier Stadtteile, in denen es für die Täter offensichtlich besonders viel zu holen gibt. Es sind die Bereiche Ostviertel, Geismar, Weende und Nikolausberg. Allein in diesen vier Stadtvierteln schlugen die Täter im vergangenen Jahr etwa 400-mal zu.

Verdächtiges melden

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig hat einen großen Wunsch, um die Einbrüche eindämmen zu können: Er hofft, dass mehr Bürger als bisher Beobachtungen von verdächtigen Personen oder Fahrzeugen bei Polizei melden. Laut Lührig werde oft der spätere Tatort ausgekundschaftet. Nach einem Anruf könne dann der Streifendienst die Verdächtigen genau unter die Lupe nehmen. (bsc)

Mehr Polizisten werden Opfer von Gewalttaten

Deutlich mehr Polizeibeamte wurden im vergangenen Jahr Opfer von Gewalttaten. Die Polizei registriert 128 Fälle, 45 mehr als 2015 - ein Plus von fast 55 Prozent.

Das ist aus Sicht der Polizei eine bedenkliche Entwicklung. Die Gewalt gegen Beamte habe in den vergangenen Jahren in Qualität und Quantität zugenommen, sagt Polizeipräsident Uwe Lührig. „Wir werden unsere Polizeivollzugsbeamte in Zukunft vor solchen Übergriffen schützen und sie durch eine Intensivierung des systematischen Einsatztrainings auf mögliche Angriffe vorbereiten“, kündigt der Präsident an. Positiv bewertet er den Einsatz von Körperkameras, die beispielsweise bereits in Hildesheim von Beamten getragen werden. „Das Gegenüber reagiert dann friedlicher“, sagt Lührig.

Insgesamt sank die Zahl der Straftaten, mit denen sich die Beamten der Polizeiinspektion Göttingen befassen mussten, im Jahresvergleich um 7,5 Prozent auf 20 147.

Dies ist nach Angaben von Kriminaldirektor Volker Warnecke vor allem auf den Rückgang von ausländerrechtlichen Verstößen zurückzuführen. Die Aufklärungsquote liegt bei knapp 60 Prozent. (bsc)

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