Verstorbener SPD-Politiker

CDU-Politiker Güntzler über Thomas Oppermann: „Es ist unvorstellbar, sein Tod ist schwer zu verstehen“

Der plötzliche Tod von Thomas Oppermann macht den CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler fassungslos.

  • Thomas Oppermann ist überraschend verstorben.
  • CDU-Bundestagsabgeordneter Güntzler arbeitete eng mit ihm zusammen.
  • Fritz Güntzler erinnert sich.

Göttingen – „Es ist unvorstellbar, Thomas Oppermann war fit, trieb Sport, sein Tod ist schwer zu verstehen.“ Fritz Güntzler findet am Montagmorgen auf der Fahrt nach Berlin kaum Worte. Der CDU-Bundestagsabgeordnete arbeitete mit Oppermann „sehr vertrauensvoll“ zusammen, wie er sagt. Mehr noch: „Es ist eine freundschaftliche Verbundenheit entstanden. Wir haben auch über private Dinge gesprochen.“

Auch über die Zukunftspläne von Thomas Oppermann, der 2021 aus dem Bundestag ausscheiden wollte, um mehr Zeit für Projekte, die Familie, die Kinder und für sich haben zu wollen, wie er kürzlich im HNA-Interview gesagt hatte. „Er hat sich so auf diesen neuen Lebensabschnitt gefreut. Das wurde nun über den Haufen geworfen“, schildert am Montagmorgen ein hörbar betroffener Fritz Güntzler.

Fritz Güntzler arbeitete mit Thomas Oppermann eng zusammen

Gemeinsam schmiedeten er und Oppermann noch vor Tagen Pläne über das, was sie bis zu Oppermanns Ausscheiden 2021 noch an wichtigen Projekten abwickeln und Finanzierungen an Land ziehen wollten. Im Fokus stand so auch das entstehende Forum Wissen – diesbezüglich hatten die beiden Politiker den Kontakt zu Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek (CDU) glühen lassen. Thomas Oppermann kann sich diesem, von ihm massiv unterstütztem Projekt nicht mehr widmen. Fritz Güntzler wird im Kampf um die Fördergelder in die Bresche springen müssen.

Im Göttinger Kreishaus verfolgen Thomas Oppermann (rechts) und Fritz Güntzler (links) im September 2016 die Wahlergebnisse.

Für Fritz Güntzler fehlt nun ein Politiker „der eng und zielorientiert an den Themen dran war“, ein Pragmatiker, der aber nie nur ideologisch war. „Thomas ist immer aufs Ziel zugegangen, sehr fokussiert, so hat er auch im FC Bundestag als Fußballspieler agiert. Manchmal hat er dort auch mal lieber selbst den Tor-Abschluss gesucht, als seinen Nebenspieler bedient“, sagt Güntzler. „Nicht jeder Pass kam an, auch im Zusammenspiel mit mir.“

Plötzlicher Tod: Thomas Oppermann war zielstrebig und klar

Der Politiker Thomas Oppermann war zielstrebig, klar und über Parteigrenzen hinweg nutzte er, wie Güntzler sagt, seine Erfahrung und Verbindungen. Eine Erfahrung, von der auch Fritz Güntzler profitierte: „Ich habe viel von ihm gelernt, auch in Verfahrensweisen.“ Oppermann sei auch mitbeteiligt gewesen, das Güntzler in den Bundestag einzog. „Er hat immer mal gesagt, dass ich aus dem Landtag in den Bundestag gehen soll, wenn sich die Chance bietet. So kam es.“

Fritz Güntzler fuhr am Montag mit einem mulmigen Gefühl nach Berlin. Er vermisst Thomas Oppermann und erinnert sich an viele gemeinsame Termine – auch für die Medien: „Er ging immer fünf Schritte vor, und auch wenn er zu spät kam, setzte er das erste Statement vor der Presse ab. Er war ein Alpha-Tier, musste immer vorne sein. Aber er akzeptierte auch Andersdenkende und mich als CDU-Politiker. Er war extrem zielorientiert.“  

(Thomas Kopietz)

Der SPD-Politiker Thomas Oppermann ist überraschend bei einem ZDF-Dreh gestorben. Nicht nur im Bundestag, sondern auch in Göttingen hinterlässt Thomas Oppermann eine große Lücke.

Rubriklistenbild: ©  Stefan Rampfel

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