Tierschützer kritisieren Tauben-Wettflug - Züchter kontern

Start für Tauben: Sie legen bei einem Wettflug mehrere hundert Kilometer zurück. Foto: dpa

Duderstadt/Northeim. Massive Kritik an einem Taubenflug in Südniedersachsen am Wochenende äußert die Tierschutzorganisation Peta.

Die Tierschützer bezeichnen den Taubenflug als „tierquälerischen Sport“. An diesem Wochenende werden mehr als 3700 der schnellen Vögel in Frankreich aufgelassen. Anschließend fliegen sie mehr als 600 Kilometer von Sens bei Paris zurück bis in die heimischen Schläge. Organisiert wird die Aktionen von den Reisevereinigungen Duderstadt von 1951, Göttingen und Umgebung, Harz, Northeim, Heiligenstadt, Einbeck, Weserstein und Worbis des Regionalverbandes Süd-Niedersachsen. Die regionalen Züchter betonen, dass der Start nur bei optimalen Bedingungen erfolgt.

In der Regel werden die Tauben bewusst von ihren Partnern oder der Brut getrennt – damit ist für die treuen Tiere nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag, so die Tierschutzorganisation Peta. Viele der Vögel sterben nach Darstellung des Vereins auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. Die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland fordert ein Verbot der Taubenwettflüge in Deutschland.

Die Taubenzüchter aus der Region weisen die Kritik zurück. Hermann Schwedhelm, Vorsitzender der Brieftauben Reisevereinigung Duderstadt, verweist darauf, dass die Vereine verantwortungsbewusst bei Wettflügen vorgeht. So müsse das Wetter optimal für die Tauben sein. Für den Auflasstag am Sonntag, 26. Juli, erwarte man mäßige Temperaturen. „Wir verlieren mehr Tauben durch Raubvögel als durch Erschöpfung“, bringt es Schwedhelm auf den Punkt.

Entlang der Flugroute sei man zudem in Kontakt mit Taubenzüchtern, um die regionalen Wetterbedingungen abzufragen. Außerdem seien für die Wettbewerbe erfahrene Flugleiter im Einsatz, die den Start nur freigeben, wenn die optimal sind.

www.rvduderstadt.de

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