Arbeitgeber des Jahres 2018: Tilch-Gruppe überzeugt Jury und gewinnt erneut

Der stolze Firmeninhaber Sven Tilch bei der Preisübergabe am Freitag in Berlin mit dem Top-Job Mentor Bundeswirtschaftsminister

Wie schon in den Vorjahren geht die Tilch-Gruppe aus Northeim als Sieger in der Größenklasse bis 500 Mitarbeiter aus dem Arbeitgeberwettbewerb Top Job hervor.

Eine wissenschaftlich fundierte Mitarbeiterbefragung ergab erneut hohe Zustimmungswerte der Belegschaft und bescheinigte dem Unternehmen eine echte Vertrauenskultur.

Sven Tilch, Gründer und Geschäftsführer, sieht sich in seiner Arbeit bestätigt, weist aber darauf hin, dass immer wieder neue Anforderungen auf ihn als Arbeitgeber zukommen, denen er sich stellen muss: „Heute bewirbt sich der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer, und in Zeiten des Arbeitnehmermangels muss sich ein Arbeitgeber um die Menschen kümmern, wenn er Arbeitskräfte gewinnen und an sich binden will.“ Anders als noch vor einigen Jahrzehnten, als das Privatleben seiner Angestellten einen Arbeitgeber nichts anging, rückt das Menschliche im Arbeitsalltag immer mehr in den Mittelpunkt. Arbeitnehmer benötigen heute Hilfestellungen auch für ihr Privatleben.

Die besonders hervorzuhebende Neuerung sind zwei Work-Life-Balance- Manager. Dafür wurden bewusst eine ehemalige Heimleiterin sowie ein Pastor gewonnen, da sie in der Belegschaft besonderes Vertrauen genießen. Die beiden kommen mit den Mitarbeitern etwa beim Frühstücksbüfett ins Gespräch und kümmern sich dann um deren Anliegen, seien es Vorschüsse, eine Privatinsolvenz, die Wohnungssuche oder Probleme bei der Pflege kranker Eltern. Die Worke-Life-Balance-Manager arbeiten auch mit den Betriebsleitern der einzelnen Standorte zusammen, wenn eine Teildienstregelung gefunden werden muss, um Mitarbeitern eine optimale Familienversorgung zu gewährleisten.

Großer Zusammenhalt

Tilch bietet außerdem sämtlichen Mitarbeitern ein „Sozialpaket“ aus verschiedenen betrieblichen Zusatzversicherungen an und stellt in seinem von der EU geförderten Mehrgenerationenhaus mit Kinderkrippe und Kinderhort auch Plätze für die Kinder von Mitarbeitern zur Verfügung. Für sieben Vietnamesen, die nach dem Erwerb von Sprachkenntnissen zu Altenpflegern ausgebildet werden, kümmert sich der Arbeitgeber selbstverständlich auch um die gemeinsame Unterbringung.

In diesem Familienbetrieb mit fest verankerten Wertvorstellungen, ethischen und christlichen Grundsätzen und einem starken Zusammenhalt werden private wie berufliche Erfolge und auch Misserfolge gemeinsam getragen.

Sven Tilch war nach seinen eigenen Worten „positiv entsetzt“, als die neueste Mitarbeiterbefragung noch einmal gestiegene Vertrauenswerte erbrachte. Das freut ihn besonders angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Vereinzelung, die beispielsweise zu Lasten von Ehrenämtern und Vereinen geht: „Das uns vertraute bürgerliche Dasein löst sich langsam auf, es gibt nur noch den Einzelnen vor dem Handy – und wie geht es weiter?“

Egoismus und Einzelkämpfertum jedenfalls können nach Tilchs Meinung nicht die Lösung sein, und dagegen will er als Arbeitgeber wie als Mensch immer wieder neue Zeichen setzen: „Du musst Dich einfach um die Leute kümmern!“ (nh)

Tilch-Gruppe überzeugt Jury und gewinnt erneut

Wer in eine Beziehung mit der Tilch-Gruppe tritt, trifft auf ein Netz an kompetenter Hilfe. Das Netzwerk bietet Kompetenz, Leistung und Sicherheit für die Bewohner der Pflege- und Seniorenheime sowie des Betreuten Wohnens, die Behinderteneinrichtungen, Mehrgenerationenhäuser und die Klienten der Ambulanten Pflege. Als Dienstleistungspartner ist Tilch Ganzheitliche Pflege und Betreuung auch bei den Hauswirtschaftlichen Leistungen ganz vorn mit dabei.

Doch was ist eigentlich mit den Menschen, die hinter all diesen Leistungen stehen? Allein kann Sven Tilch diese Aufgaben selbstverständlich nicht erfüllen. Er verlässt sich auf ein Team von 430 Mitarbeitern. Diese haben nun zum wiederholten Mal an der Befragung zum Unternehmensvergleich „Top Job“ in Zusammenarbeit der zeag GmbH / des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität und der Universität St. Gallen teilgenommen und Sven Tilch zum vierten Mal in Folge zum Arbeitgeber des Jahres in der Größenklasse C gewählt.

Diese Auszeichnung bedeutet dem Unternehmer besonders viel, weil es zeigt, wie wohl sich seine Angestellten in seinen vielfältigen Betrieben fühlen.

Herr Tilch, wieso sollte man für Sie arbeiten?

Weil wir die Besten sind!
Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung, weil sie uns zeigt, wo wir stehen. Die Ergebnisse in diesem Jahr haben mich fast umgehauen, weil wir in der Kategorie Mitarbeitervertrauen und Kollegialität untereinander 89 Prozent erreicht haben. Gegenüber den Vorgesetzen sind es 84 Prozent. Solche Zahlen erreicht man nur, wenn man in einem Unternehmen offen über alles reden kann, „Schwelbrände“ rechtzeitig entdeckt und wenn man weiß, wo man steht. Während Mitarbeiter in anderen Unternehmen zu 32 Prozent darüber nachdenken, die Arbeitsstelle zu wechseln, sind es bei uns gerade mal 17 Prozent.

Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Zunächst muss man den Mut aufbringen, um diesen Fragebogen mit mindestens 50 Fragen von 430 Mitarbeiter /-innen anonym beantworten zu lassen. Auch ich musste mich einem Fragebogen mit ca. 380 Fragen stellen. Ich gebe zu, dass ich in jedem Jahr erneut sensibel und gespannt bin, was die Befragung ergibt. Wir arbeiten an unseren Stärken, aber auch an unseren Schwächen und manchmal kommt dabei Überraschendes an den Tag.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

In der Vergangenheit wurden uns altersdiskriminierende Tendenzen aufgezeigt. Daraufhin habe ich meine Mitarbeiter zusammengerufen und in einer offenen Gesprächsrunde mit ihnen darüber geredet. Es hat sich gezeigt, dass Mitarbeiterinnen heute mehr Unterstützung für die Familie benötigen, als dies früher der Fall war. Während jüngere Pflegekräfte familienbedingt öfter mal ausfallen, müssen die älteren einspringen. Diese fühlen sich dadurch benachteiligt, zumal man „zu ihrer Zeit“ solche Rücksichtnahmen gar nicht kannte. Das Gespräch hat dann zu gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz geführt.

Zu ihren Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen gehören auch Menschen anderer Glaubensrichtungen. Gab es da Probleme zum Beispiel wegen eines Kopftuchs?

Ich respektiere, dass muslimische Frauen ein Kopftuch tragen. In diesem Fall ist ihr Kopftuch Teil der Dienstkleidung.

Wieder Arbeitgeber des Jahres: Sven Tilch. Repro: Hoffmann

Und diese wird von mir gestellt. Deshalb wird eine entsprechende, weiße Kopfbedeckung gestellt, die allen Vorschriften und hygienischen Richtlinien entspricht.
Pflegekräfte müssen eine qualifizierte Ausbildung haben.

Sollte man sich auch als Branchenfremder in Ihrem Unternehmen bewerben?

Auf jeden Fall! Die Kommunikation von außen nach innen muss stattfinden und dazu gehört für mich zum Beispiel auch, dass ich eine Bademeisterin, Töpfermeisterin und Diakonin eingestellt habe, die in den Beschäftigungsbereichen arbeiten. Handwerker zählen zu meinen Mitarbeitern ebenso wie Künstler. Neue Mitarbeiter bringen dank ihres unverbrauchten Blicks neue Impulse, die wir zu schätzen wissen.

Sie können stolz auf das Erreichen des ersten Platzes in Ihrer Kategorie sein. Sind Sie auch stolz auf Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Ja, klar! Volle Pulle! (zgi)

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