Ehemaliger Leiter der Gastroenterologie wehrt sich gegen Beurlaubung

Transplantationsskandal: Beurlaubter Professor klagt gegen die Universität

Rettungsring am Teich: Die Universitätsmedizin Göttingen muss sich nun auch der Klage eines Professors wegen Beurlaubung stellen. Dem leitende Mediziner wurde nach Ermittlungen im Zuge des Transplantationsskandals die Amtsgeschäfte untersagt. Foto: Kopietz
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Rettungsring am Teich: Die Universitätsmedizin Göttingen muss sich nun auch der Klage eines Professors wegen Beurlaubung stellen. Dem leitende Mediziner wurde nach Ermittlungen im Zuge des Transplantationsskandals die Amtsgeschäfte untersagt. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Transplantationsskandal in der Göttinger Universitätsmedizin (UMG) beschäftigt auch das Verwaltungsgericht. Der langjährige Leiter der Gastroenterologie und Endokrinologie wehrt sich mit einer beamtenrechtlichen Klage dagegen, dass die Universität Göttingen ihm die Führung der Amtsgeschäfte untersagt hat.

Das Verwaltungsgericht Gericht will Mitte Juni darüber befinden, ob dieses Verbot rechtmäßig ist.

Die Hochschule hatte das Verbot im Juli 2012 erlassen und ihm außerdem untersagt, seine Diensträume zu betreten. Anlass war der Verdacht, dass er an der Manipulation von Patientendaten beteiligt gewesen sein könnte, um ihnen so schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen.

Gegen den langjährigen Klinikdirektor läuft auch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Braunschwe

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ig. Der Verdacht, dass der Mediziner an Manipulationen in der Göttinger Transplantationsmedizin mitgewirkt haben könnte, hat sich in dem seit August laufenden Strafprozess gegen den früheren Leiter der Göttinger Transplantationschirurgie erhärtet.

Mehrere Ärzte sagten bei ihrer Zeugenvernehmung vor dem Landgericht Göttingen aus, dass der Leiter der Gastroenterologie sie zu Manipulationen von Patientendaten aufgefordert habe.

In dem laufenden Prozess vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht muss sich der Göttinger Transplantationschirurg Dr. O. wegen versuchten Totschlages in elf Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen verantworten. (pid)

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