"Trauerfeier" als Protest gegen Vernichtung bezahlbaren Wohnraums

Abriss nach 46 Jahren: Mit einer Trauerfeier und Grablichtern protestierten Studierende gegen die Beseitigung von Studentenwohnheimen wie dem an der Theodor-Heuss-Straße 13 (Bild). Foto: nh
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Abriss nach 46 Jahren: Mit einer Trauerfeier und Grablichtern protestierten Studierende gegen die Beseitigung von Studentenwohnheimen wie dem an der Theodor-Heuss-Straße 13 (Bild). Foto: nh

Göttingen. Mit einer „Trauerfeier“ vor der Ruine des Studentenwohnheims Theodor-Heuss Str. 13, das gerade abgerissen wird, haben Studierende gegen den weiteren Verlust bezahlbaren Wohnraums in Göttingen protestiert.

Nach eigenen Angaben hielten Bewohner der Studentensiedlung Rosenbachweg 6-12, die derzeit saniert wird, zunächst eine „Trauerandacht“ und zündeten zahlreiche Kerzen im Gedenken ans Wohnheim angezündet. Am Bauzaun vor der Ruine befestigten sie Transparente, welche die Umrisse und die Lebensdaten von Haus 13 zeigten sowie die Aufschrift „Hier stirbt bezahlbarer Wohnraum“. Begleitet wurde die Aktion von ergreifender Trauermusik.

Mit der Veranstaltung wandten sich die Studierenden gegen die schrittweise Vernichtung von günstigem Wohnraum durch das Studentenwerk. Bei Neubauten und Sanierungen gebe es Mietpreissteigerung von mindestens 100 Prozent. „Ich habe pro Monat nur 450 Euro zu Verfügung“, klagte eine Bewohnerin: „Wenn ich mehr als 300 Euro für die Miete abdrücken muss, reicht das Geld kaum. Wie soll ich da vernünftig studieren?“

Die Studierenden forderten das Studentenwerk, sich auf das eigene Leitbild zu besinnen und günstigen Wohnraum zu erhalten. Dies betreffe vor allem den Umbau und die Sanierung weiterer Wohnheime. (p)

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