Tüv-Bilanz: Ein Drittel der Autos bekommt die Plakette nicht sofort

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In die Jahre gekommen: Ein Tüv-Prüfer kontrolliert ein Auto auf einer Hebebühne. Dem geschulten Blick entgeht kein Mangel.

Göttingen. Völlig Mängelfrei oder ein absolutes Mangelfahrzeug: Über 65 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr in den Tüv-Stationen Göttingens untersucht wurden, bekamen sofort eine Tüv-Plakette. 34,2 Prozent hingegen hatten erhebliche Mängel. Wir haben die Mängel unter die Lupe genommen.

Die am Top 5 der häufigsten auftretenden Mängel sind laut Tüv Licht, Elektrik, Bremsen, Umweltbelastung sowie Achsen und Räder. Je älter die Fahrzeuge werden, desto höher ist laut Statistik die Zahl derjenigen, die mindestens ein zweites Mal bei den Prüfern vorgestellt werden müssen. Besonders einfach zu prüfen und dennoch immer wieder zu beanstanden sei die Beleuchtungsanlage. Laut Statistik werden dort häufig gleich mehrere Mängel entdeckt. Dem entgegenwirken solle die jährliche Aktion „Licht am Auto“ im Oktober.

Hersteller bauen gute Autos

Die Sachverständigen des Tüv Nord konstatieren den gegenläufigen Trend schon seit längerem. Einerseits steige die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln an, andererseits gibt es auch immer mehr mängelfreie Fahrzeuge. Der Anstieg an erheblichen Mängeln habe aber auch mit einer veränderten und vereinheitloichten Mängeleinstufung zu tun. „Die Hersteller bauen im Prinzip gute Autos, die eigentlich auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können“, sagt André Schmidt, Leiter der Tüv-Station am Kaufpark, über die Autos. „Leider kümmern sich aber zahlreiche Autofahrer nicht genug um die Wartung und Pflege ihres Fahrzeugs.“ So lasse man aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen regelmäßige Termine zur Inspektion oder Instandhaltung verstreichen und prüfe das Auto vor Fahrtantritt auch nicht selbst, teilt der Tüv mit. „Wer sich ein wenig um sein Auto kümmert und es in einer Fachwerkstatt warten lässt, kann der Tüv-Hauptuntersuchung gelassen entgegen gehen“, sagt Schmidt weiter.

www.tuev-nord.de

Durchschnittlich 9,7 Jahre waren die vom Tüv untersuchten Fahrzeuge alt. Sie hatten im Schnitt mehr als 104.000 Kilometer auf dem Tacho. Ein Lichtblick: Absolut verkehrsunsicher waren nur 0,44 Prozent der untersuchten Autos.

Wer jetzt noch eine orangefarbene Plakette hat, der muss sich beeilen. Mit dem Jahreswechsel werden diese blau und dann ist für die Polizei schon von weitem erkennbar, dass der Tüv-Termin lange überzogen wurde. Nach spätestens zwei Monaten drohen dann außerdem ein Bußgeld und Punkte in Flensburg, warnt der Tüv. (kmn)

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