1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen

Ukraine-Krieg: Enorme Hilfsbereitschaft in den Göttinger Krankenhäusern

Erstellt:

Kommentare

UMG: Das Orga-Team der Spenendaktion: Wolfgang Brück, Frauke Ritter, Sabrina Rudolph, Ilona Carl, Insa Wendt, Bettina Bulle und Silke Gelhard nehmen Hilfsgüter an.
UMG: Das Orga-Team der Spenendaktion: Wolfgang Brück, Frauke Ritter, Sabrina Rudolph, Ilona Carl, Insa Wendt, Bettina Bulle und Silke Gelhard nehmen Hilfsgüter an. © Swen Pförtner/UMG/NH

Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende und die Universitätsmedizin Göttingen – dort spendeten 650 Mitarbeiter Material – beteiligen sich an der Spendenaktion für die Ukraine.

Göttingen – Am Mittwoch wurde am „Weender“ ein Transporter bis unter die Decke mit Hilfsgütern beladen und zur Göttinger Firma Hampe Recycling gebracht. Von dort werden die Materialien mit einem Lkw in die ukrainisch-polnische Grenzregion gebracht, um sie von dort nach Lemberg zu fahren.

Bereits 2014 hatte Kvitoslava Hampe Transporte mit Hilfsgütern in ihre Heimat organisiert. Die Ukrainerin kam 1999 zum Studium nach Göttingen und ist nun mit Andreas Hampe verheiratet. Da besonders medizinische Materialien benötigt werden, hat das Weender Krankenhaus auch mehrere Kartons Kompressen, Pflaster und Wundverbände sowie andere Verbandsmaterialien, chirurgische Scheren, Mullbinden und Betttücher gespendet.

Spende für die Ukraine: Jasmin Schneemann und Alexander Lamm vom Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende beladen ein Auto mit Hilfsgütern.
Spende für die Ukraine: Jasmin Schneemann und Alexander Lamm vom Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende beladen ein Auto mit Hilfsgütern. © Stefan Rampfel/EKW/nh

In der Osthalle der Uni-Klinik standen Menschen am Donnerstag von 11 bis 15 Uhr Schlange: Sie hatten Taschen und Tüten in der Hand, kamen mit Rollwägen und Kisten. Wieder andere hatten zwei Kaffeepackungen oder Babyschnuller und Babysöckchen in der Hand. Am Abgabetisch nahm Bettina Bulle von der Unternehmenskommunikation die Artikel entgegen, packte diese in Kartons, die auf Rollwagen und Paletten gestapelt werden. Darauf: Kartons mit Linsensuppen- und Wurstdosen, Müsli-Riegel, 6er-Packs Wasser und Säfte, Instantkaffee, Babynahrung, Windeln und Hygieneartikel. In einer Kistelag eine Quittung über 220 Euro aus einem Supermarkt. Enorm ist die Hilfsbereitschaft der UMG-Mitarbeiter, die auch Geld gesammelt und dafür eingekauft haben, das was nun benötigt wird.

Beim Vorstand hatten zuvor viele aus dem Haus angefragt, wie man helfen könne. So entstand die Abgabestation in der Osthalle unter dem Motto: „Spenden für die Ukraine“ als Aktion für die ukrainische Gemeinde Göttingen. Sie organisiert als eine der Zentralen in Göttingen die Sammlung und den Transport der Spenden.

Fazit: In vier Stunden kamen 650 UMG-Mitarbeitende. Am Ende waren etwa 170 Umzugskartons gefüllt und auf zwölf Paletten gestapelt.

Melanie Spitzner aus der Klinik für Allgemein- Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG gab Windeln, Gläser mit Babynahrung, Binden, Zahnbürsten und Desinfekti- onsmittel ab. „Ich hatte den Aufruf mit dem Zettel gesehen. Wir sind abends durch unsere Schränke gegangen und ich habe die Sachen mitgenommen. Wir müssen doch helfen!“, schildert die Medizinerin.

Lukas Nitsche aus der UMG-Informationstechnologie hat ein kleines Kind zuhause, und wird demnächst erneut Vater. Er brachte Babysachen und -nahrung, Hygieneartikel und Lebensmittel mit. „Mich beschäftigt das Schicksal der Menschen in der Ukraine“, sagt Nitsche. „Als ich den Bildschirmschoner mit dem Aufruf gesehen habe, war mir klar: Das ist doch das einzige, was ich von hier tun kann. Wir können ja alles wieder nachkaufen.“

Helferinnen an der Abgabestelle in der Osthalle im Göttinger Klinikum: Bettina Bulle (rechts) sichtet die Spenden, die teilweise in Kartons gebracht werden.  
Helferinnen an der Abgabestelle in der Osthalle im Göttinger Klinikum: Bettina Bulle (rechts) sichtet die Spenden, die teilweise in Kartons gebracht werden.   © Swen Pförtner/UMG/nh

Krankenpflegerin Sheiba Kuriakose von der Station 3011 packte ihre Tasche aus. „Wir wollten unseren Mitarbeitenden die Gelegenheit geben, ihre Solidarität oder einfach nur ihrem Bedürfnis, helfen zu können, Ausdruck zu verleihen. Ich bin überwäl tigt!“, schwärmte UMG-Vorstandssprecher Wolfgang Brück. „Es war atemberaubend zu sehen, wie viele Menschen aus allen Bereichen der UMG mit ihren Möglichkeiten von zuhause aus oder mit gezielten Einkäufen den Menschen in der Ukraine Hilfe leisten wollen.“ Er dankte ausdrücklich „all den Organisatoren aus der UMG: „Ohne diese zupackende Art wäre die Aktion nicht möglich gewesen. Das ist mehr als nur beeindruckend!“

Am Ende kam Axel Zwonasch, Fahrer der Firma Hampe Recycling, mit einem Zehn-Tonner, lud sieben Paletten ein. Den Rest bringt der UMG-Fahrdienst zum Sammelpunkt der ukrainischen Gemeinde Göttingen bei der Firma Hampe.  tko

Auch interessant

Kommentare