Umweltminister auf Kurz-Pilger-Tour

Göttingen/Hannover. Was war los in der Landespolitik und Landeshauptstadt? Unser Korrespondent Peter Mlodoch beobachtet und beschreibt das poltische Geschehen in seiner Kolumne.

Flüchtlingsgipfel: Einen tiefen Einblick in die Mühsal des politischen Geschäfts lieferte der Chef der niedersächsischen Staatskanzlei. Detailliert schilderte SPD-Mann Jörg Mielke die Abläufe rund um den Flüchtlingsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In Berlin jagten sich auf den diversen Ebenen zwischen Bund und Ländern Abstimmungsgespräche, Geheimrunden, Separattreffen und andere „Vorbereitungsformate“, wie es Mielke formulierte. „Das war, als ob man einen Bus montiert, während man bereits mit diesem fährt.“ Nun ja, das Ganze ging bekanntlich gut aus; am Ende stand ein tragbares Ergebnis.

Allerdings brauchte es dafür seine Zeit; die Verhandlungsführer aus Hannover kehrten erst nachts um ein Uhr aus der Bundeshauptstadt zurück. Mitleid dafür durfte Mielke aber nicht erwarten.

Besserwisser: Süffisant kanzelte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) jene Besserwisser ab, die ständig Kritik an falschen Prognosen zu den Zahlen von Asylbewerbern üben. „Da gilt die alte Rathaus-Regel“, meinte der frühere Oberbürgermeister von Osnabrück. „Wir sind alle gleich schlau. Die einen vorher, die anderen nachher.“

Wanderschaft: Auf spirituelle Wanderschaft geht Niedersachsens grüner Umweltminister. Stefan Wenzel aus Göttingen nimmt am Sonntag am „Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ teil. Dieser führt 1470 Kilometer von Flensburg über Trier nach Paris, dem Schauplatz der UN-Klimakonferenz im November. Die ganze Strecke ist Wenzel freilich nicht dabei; dem Minister reicht ein kleines Teilstück in Buxtehude.

Eher irdischen Genüssen durfte Niedersachsens Finanzstaatssekretär Frank Doods zusprechen. Im Anschluss an eine ganztägige Konferenz mit seinen Länderkollegen in München ging es abends – richtig aufs Oktoberfest. Ort der Sause war das Zelt des Hofbräuhauses, an dem der Freistaat Bayern eine Landesbeteiligung hält.

Wer wie viel Maß Bier trank und auf wessen Kosten, ist freilich nicht überliefert. Doods immerhin war am nächsten Tag wieder voll im dienstlichen Einsatz.

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