Umweltschützer: Kritischer Blick auf die Baumwelt

Der Zustand ist unter Kontrolle: Biologe Klaus Winter (Mitte), der die Exkursion leitete, nimmt seit Jahren für den Bund für Umwelt- und Naturschutz den Baumbestand auf dem Stadtfriedhof unter die Lupe. Foto: Schröter

Göttingen. Die Artenvielfalt und der Zustand des Baumbestandes standen im Mittelpunkt einer Exkursion, die der Arbeitskreis Baumschutz des Bundes für Naturschutz Deutschland (BUND) Göttingen auf dem Gelände des Stadtfriedhofs veranstaltete.

Rund ein Dutzend Naturliebhaber schlossen sich am Samstagnachmittag dem Biologen Klaus Winter an, der seit Jahren als BUND-Mitglied den Baumbestand auf dem Stadtfriedhof unter der Lupe nimmt und dort auch als Baumpfleger tätig ist. „Heute möchte ich unter anderem auch einen Einblick in diese Arbeit gaben“, sagte Winter zu zur Begrüßung. Bei dem Spaziergang über das 1872 gegründete und rund 36 Hektar große Gelände (mehr als 36 Fußballplätze), auf dem etwa 5000 Bäume von 92 heimischen, fremdländischen und zum Teil sogar exotischen Arten stehen, ging es vor allem um das Thema Baumschutz.

Park und Friedhof

„Der Stadtfriedhof wird sowohl wie eine Friedhof als auch wie ein Park bewirtschaftet“, erklärte Winter. Wegen ihrer damit verbundenen Verkehrssicherungspflicht stellt sich der Stadt deshalb permanent die Frage, wie es zu verhindern ist, dass Menschen durch herab fallende Äste verletzt oder gar erschlagen werden. „Wenn ein Baum also beispielsweise von einem Pilz befallen ist oder anderweitig erkrankt ist, muss er meistens gefällt werden“, sagte BUND-Sprecher Tobi Weinrich, der die Exkursion begleitete. Aus diesem Grund würden alle auf Stadtgebiet stehenden Bäume einmal im Jahr von der Stadt durch professionelle Baumkontrolleure geprüft und gegebenenfalls auf eine Fällliste gesetzt. „Unser Arbeitskreis Baumschutz steht dann anschließend dem Fachbereich Grünflächen beratend zur Seite und begutachtet alle Bäume der Baumfällliste noch einmal aus Naturschutzsicht“, so Weinrich. Auch in diesem Jahr habe man sich wieder bei einigen Bäumen auf eine Alternativlösung zur Fällung verständigen können. „Hier auf dem Stadtfriedhof, wo diesmal 25 Bäume für die Fällung markiert wurden, haben wir zumindest für einen Baum eine andere Lösung gefunden“, ergänzte Klaus Winter.

Interessierte sind eingeladen

Interessierte sind eingeladen, den Arbeitskreis Baumschutz tatkräftig und beratend zu unterstützen. Weitere Informationen gibt es im Internet. (per)

www.bund-goettingen.de

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