Unabhängige Patientenberatung muss schließen

Nur noch bis zum Jahresende geöffnet: Die Patientenberater Erika Hoppe und Dr. Carsten Meyerhoff vor der Unabhängigen Patientenberatung am Göttinger Albanikirchhof. Archivfoto: Schlegel

Göttingen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in Göttingen muss zum Jahresende schließen. Vier Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Christina Ziethen, geschäftsführende Vorsitzende des Gesundheitszentrums Göttingen, und Adolf Bauer, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland, bestätigten am Mittwoch, dass das Bundesgesundheitsministerium die Aufgaben der unabhängigen Patientenberatung 2016 an das Duisburger Unternehmen Sanvartis vergibt. Das arbeitet auch mit Krankenkassen zusammen und gilt deshalb nicht als unabhängig, wie Erika Hoppe als UPD-Beraterin für psychosoziale Fragen kritisiert: „Viele Patientienten befürchten, dass sie zukünftig keine neutralen Informationen mehr bekommen.“

Ein Einspruch bei der Vergabekammer des Bundes war erfolglos. Deshalb stehen neben Göttingen bundesweit 20 weitere Beratungsstellen mit 70 Mitarbeitern vor dem Aus.

Die vier Berater in der Göttinger Informationsstelle am Albanikirchhof 4 hatten nach eigenen Angaben jährlich 4000 Ratsuchende. Dr. Carsten Meyerhoff, der in Göttingen für medizinische Fragen zuständig ist, sagt: „Die Patienten sind enttäuscht, weil sie sich einen Anspruchpartner vor Ort wünschen.“ Dafür nahmen viele Ratsuchende, die nicht nur aus der engeren Region Göttingen, sondern auch aus Nordhessen und Thüringen kamen, die Anfahrt in die Universitätsstadt in Kauf, bestätigt Hoppe.

Was aus den vier Beratern in Göttingen wird, ist offen. Ihre Arbeitsverträge sind befristet und laufen zum 31. Dezember aus. (p)

www.gesundheitszentrum- goe.de

www.patientenberatung.de

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