Lebensmitteltransporte im Visier

Unappetitliche Kontrollen: Aufgetautes Geflügel und Speisereste

Unappetitlicher Fund bei Kontrollaktion: Bei der Überprüfung dieses Lebensmitteltransporters wurden diese Speisereste entdeckt. Foto: Polizei/nh

Göttingen. In gemischten Teams stoppten Polizeibeamte und Mitarbeiter des Landkreises Göttingen in dieser Woche gezielt Lebensmitteltransporte. Bei 27 überprüften Fahrzeugen gab es 21 zum Teil unappetitliche Verstöße.

Für die Kontrollen wurde das Gelände der Autobahnmeisterei an der Kasseler Landstraße genutzt. Die hohe Quote der Verstöße, etwa 77 Prozent, stimmt die Verantwortlichen nachdenklich. Ganz vorn in der Statistik waren Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten (27 Fälle), gefolgt von Geschwindigkeitsüberschreitungen (zehn Verstöße) sowie sieben Verstöße gegen das Lebensmittelrecht. Die Ermittler untersagten sieben Transporten die Weiterfahrt. Hier einige der Fälle:

• Der 51-jähriger Vietnamese, der im Kreis Erfurt wohnt, hatte tiefgekühlte Enten, Hähnchenbrust und Frühlingsrollen dabei, bei denen es sich um Retouren handeln sollte. Die Ware wurde deshalb nicht bei den vorgeschriebenen Temperaturen gekühlt und war bereits angetaut. Außerdem hatte er die Fahrerkarte eines Landsmannes ins Kontrollgerät seines Fahrzeugs eingelegt. Die Weiterfahrt wurde untersagt, die fremde Karte sichergestellt.

• Ein 55-jähriger Kraftfahrer aus dem Kreis Cuxhaven hatte illegalerweise Speisereste in seinem Transporter dabei, obwohl das Fahrzeug eigentlich nur für den Transport von unverpackten Lebensmitteln gedacht ist.

• Ein 47-Jähriger aus dem Kreis Biberach transportierte etwa 15 Tonnen Rindfleisch für die Burger-Herstellung: Er hatte aber seine Wochenruhezeit verbotenerweise um 20 Stunden verkürzt. Dem Fahrer wurde die Weiterfahrt für die nächsten 45 Stunden untersagt. Ein Ersatzfahrer musste die Tour übernehmen.

Handy am Steuer

• Ein 36-jähriger Fahrer aus dem Kreis Homberg geriet ins Visier der Ordnungshüter, weil er während der Fahrt mit dem Handy telefonierte. Bei der Kontrolle kamen weitere erhebliche Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten ans Tageslicht. Ihm wurde die Weiterfahrt untersagt. Ein Ersatzfahrer musste anrücken. Das Fahrzeug musste wegen erheblicher technischer Mängeln (Aufbau am Fahrzeug hatte sich gelöst) in eine Werkstatt.

• Der 32-jährige Fahrer eines Bäckereifahrzeuges aus dem Kreis Göttingen hatte ebenfalls nicht die erforderliche Wochenruhezeit eingehalten. Obwohl er eigentlich bereits am Dienstag seine Ruhezeit hätte beginnen müssen, arbeitete der Mann dennoch weiter als Kraftfahrer. Das Fahrzeug wies zudem leichte technische Mängel auf. Auch für ihn war nach der Kontrolle die Fahrt vorbei. Ein Ersatzfahrer sprang ein.

• Während der Kontrolle eines mit Frischfleisch und Wurst beladenen Transporters stellten die Ermittler bei dem 48-Jährigen aus dem Raum Fritzlar Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten sowie Tempoverstöße fest. Auch die Hygienevorschriften waren nicht eingehalten. Die Transportfirma war den Beamten nicht unbekannt: Sie war schon in der Vergangenheit aufgefallen. (bsc)

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