Physik, Gipsabdrücke und Flüchtlingsberichte

Uni Göttingen und Museum Friedland machen beim Tag der Restaurierung mit

Eindrucksvoll: Die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen der Universität Göttingen beschäftigt auch Restaurateure. Die Arbeit ist am Tag der Restaurierung am Sonntag zu sehen.
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Eindrucksvoll: Die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen der Universität Göttingen beschäftigt auch Restaurateure. Die Arbeit ist am Tag der Restaurierung am Sonntag zu sehen.

Die Universität Göttingen und das Museum Friedland beteiligen sich am Europäischen Tag der Restaurierung am Sonntag, 10. Oktober.

Göttingen – In beiden Einrichtungen geben Restauratorinnen und Restauratoren Einblicke in ihre Arbeit, wie die Universität am Dienstag mitteilte. Der Aktionstag hat dieses Jahr das Motto „Achtung! Kunst“.

„Kunst ist für uns Prozess und Produkt kreativen Schaffens“, sagte die Leiterin der Restaurierungswerkstatt an der Universitätsbibliothek, Cornelia Ripplinger. Dort können Besucher am Sonntag zwischen 13 und 16 Uhr erfahren, welche konservatorischen Arbeiten für die Präsentation einer Ausstellung notwendig sind.

Bereits ab 11.15 Uhr erläutert in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen die Restauratorin Jorun Ruppel wie originalgetreue Kopien hergestellt werden können, ohne das Original zu berühren. „Die durch einen Brand beschädigte Büste des Philosophen Sokrates ist so zerbrechlich, dass wir sie nicht wie geplant im künftigen Forum Wissen präsentieren können,“ beschreibt Ruppel einen „Fall“. Ihr Vortrag findet im Archäologischen Institut der Universität statt.

Am II. Physikalischen Institut nehmen Forschende von 11 bis 16 Uhr Gegenstände aller Art entgegen und analysieren deren Beschaffenheit: Münzen, Porzellan, Schmuck oder andere Objekte würden mit energiereichen Wasserstoffionen bestrahlt. Die damit erzeugte Röntgenstrahlung werde gemessen und gebe Aufschluss über die genaue Zusammensetzung des Gegenstandes.

Im Museum Friedland berichten Zeitzeugen zwischen 10 und 18 Uhr von ihren Erinnerungen im benachbarten Grenzdurchgangslager und vor allem vom Leben in den „Nissenhütten“. In diesen Wellblechhütten, benannt nach ihrem Erfinder, dem kanadischen Ingenieur und Offizier Peter Norman Nissen, fanden Flüchtlinge und Schutzsuchende nach Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst Unterkunft.

„Ihre Berichte sind grundlegend für die Neugestaltung der Notunterkünfte als Erinnerungsort“, sagte Museums-Restauratorin Ewa Kruppa. (epd/Thomas Kopietz)

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