Göttinger Uni-Präsidentin Beisiegel vor zweiter Amtszeit

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Steht am Start: Prof. Dr. Ulrike Beisiegel will in die zweite Amtszeit als Präsidentin der Universität Göttingen gehen. 

Göttingen. Eine zweite Amtszeit von Universitäts-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel wird immer wahrscheinlicher: Der Senat hat am Mittwoch beschlossen, auf eine öffentliche Ausschreibung der Stelle zu verzichten.

Stünde Beisiegel am Start eines 100-Meter-Schwimm-Rennens, dann käme das Signal des Senats nach dem anfänglichen Starter-Kommando „Auf die Plätze“ nun dem Folgeruf „Fertig!“ gleich.

Auf dem Startblock jedenfalls steht Ulrike Beisiegel, die 2011 Prof. Kurt Figura ablöste, bereits seit einigen Wochen, als sie ihr Interesse an einer zweiten Amtszeit ab 2017 bekundet hatte.

Bis in die Sommermonate hinein hatte es auch immer wieder Gerüchte um mögliche weitere Kandidaten – auch aus den eigenen Reihen – auf das Amt an der auch international hoch angesehenen Göttinger Universität gegeben. Die Gerüchteküche aber hatte zuletzt nur noch auf Sparflamme geköchelt. Nun muss sich Beisiegel nicht mit einem Konkurrenten auseinandersetzen.

In den nächsten Jahren will sie die Uni Göttingen wieder zurück in die Reihe der deutschen Exzellenz-Universitäten bringen, die vom Bund kräftig finanziell gefördert werden. „Das ist unser erklärtes Ziel“, sagte Beisiegel kürzlich im HNA-Interview. Die Tatsache, dass die Georgia Augusta nach der erfolgreichen Phase von 2007 bis 2012 für die zweite Exzellenz-Initiative als zu leicht befunden wurde, wurmt die Präsidentin noch heute. Umso deutlicher ist ihre Ansage für die nächste Bewerbungskampagne: „Wir werden alles daran setzen, dann wieder dabei zu sein.“

Sicher ist die zweite Amtszeit für Beisiegel aber noch nicht: Die 62-Jährige muss zunächst vom Senat der Universität als Präsidentin gewählt werden. Der Stiftungsrat schließlich muss diese Wahl bestätigen. Die Wahl soll noch im November stattfinden. „Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt“, sagte Uni-Pressesprecher Romas Bielke auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Senat machte mit seinem Beschluss von einer Möglichkeit Gebrauch, die nicht alle Länder-Hochschulgesetze vorsehen: auf eine Ausschreibung der Präsidenten-Stelle zu verzichten.

Im Niedersächsischen Hochschulgesetz ist aber auch geregelt, dass Uni-Präsidenten mit 68 in den Ruhestand gehen. Beisiegel könnte demnach die kommende achtjährige Amtszeit nicht voll ausschöpfen.

Mit Ulrike Beisiegel würde zum ersten Mal eine Präsidentin an der Universität Göttingen wiedergewählt. Kein Wunder, denn die Biochemikerin ist seit 2011 überhaupt die erste Frau, die dieses Amt in der 278-jährigen Geschichte inne hat und hatte.

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