Universität Göttingen geht mit Qualitätspakt Lehre neue Wege

Prof. Dr. Ruth Florack

Göttingen. Über die Exzellenzinitiative haben Bund und Länder seit 2006 Milliarden Euro an ausgewählte Hochschulen vergeben. Doch von dem Geld für Spitzenforschung profitieren nicht automatisch die Studenten in den Hörsälen. Das zu ändern ist Ziel des Bund-Länder-Programms Qualitätspakt Lehre, an dem auch die Uni Göttingen seit 2011 beteiligt ist.

Bis 2016 werden an der Georgie Augusta 17 Millionen Euro in bessere Studien- und Lernbedingungen investiert. Mit dem Erreichten sind Vizepräsidentin Prof. Dr. Ruth Florack und Dr. Ulrich Löffler, Leiter der Abteilung Studium und Lehre, zufrieden.

„Göttingen Campus QPLUS“ heißt das Programm, von dem fast alle Studierenden zumindest zeitweise profitieren.

Besonders für die Eingangsphase des Studiums sei viel getan worden, sagt Dr. Löffler. Mit der virtuellen Studienorientierung können Studierende in spe zum Beispiel von Zuhause aus recherchieren, welches Fach für sie infrage kommt. Im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften erleichtern Vorbereitungskurse den Einstieg ins Studium.

Später an der Uni ist die Qualität der Seminare und Vorlesungen wichtig für den Studienerfolg. Wissenschaftler, die als Professoren für die Lehre verantwortlich sind, haben aber das Lehren oft selbst nicht gelernt. Hier setzt die bereits 2007 gegründete Hochschuldidaktik an, die durch Göttingen Campus QPLUS personell aufgestockt wurde. Vor allem Neuberufene nähmen das Angebot gut an, heißt es.

Einem Teil der Göttinger Studierenden kommt zugute, dass etwa für Strafrecht, Kunstgeschichte und Sozialpolitik zusätzliche Professuren geschaffen wurden. Vier Stellen seien neu, drei vorgezogen besetzt worden, sagt Prof. Florack. Nur eine Stelle ist befristet. Neben einer inhaltlichen Bereicherung des Lehrangebots ergibt sich Entlastung in stark nachgefragten Studiengängen. Florack: „Zu jeder Professur gehören weitere Mitarbeiter, gemeinsam verbessern sie das Betreuungsverhältnis.“

Wie die Dozenten bei den Studenten ankommen, untersucht die Uni durch Befragungen. Das Qualitätsmanagement geht auch kreative Wege. So wird regelmäßig ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, für den Studenten Vorschläge zum Beheben von Mängeln einreichen können.

Die Vizepräsidentin der Universität hofft, dass sich das Bemühen um die Lehre auch nach dem Auslaufen des Bund-Länder-Programms fortsetzt. „Ich finde den Kulturwandel, dass die Lehre einen höheren Stellenwert bekommt, wichtig“, bekräftigt Prof. Dr. Ruth Florack.

Von Kornelia Schmidt-Hagemeyer

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