UMG-Vorstand verteidigt ausgewählte Zahlung

Unmut in Göttinger Uni-Klinik über Verteilung der Corona-Prämie

Universitätsmedizin Göttingen (UMG): An Weihnachten gab Weihnachtzsmänner für diensthabende Pfleger, wie hier für Lucy Caballero von der Corona-Station. Ein ähnliche Geste der Anerkennung wie die Corona-Prämie erhielten nur Mitarbeiter von Stationen mit Betten. Darüber herrscht Unmut in der Uni-Klinik.
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Uni-Medizin Göttingen (UMG): An Weihnachten gab Weihnachtzsmänner für diensthabende Pfleger, wie hier für Lucy Caballero von der Corona-Station. Ein ähnliche Geste der Anerkennung wie die Corona-Prämie erhielten nur Mitarbeiter von Stationen mit Betten. Darüber herrscht Unmut in der Uni-Klinik.

Unmut herrscht bei einigen Mitarbeitern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) über die Zahlung einer Corona-Prämie. Ein Politiker schaltet sich in den schwelenden Konflikt ein.

Göttingen - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler regt per Brief an den UMG-Vorstand an, bei der Vergabe der Corona-Prämien noch einmal über eine Nachsteuerung nachzudenken. Die UMG hatte die Prämienzahlung nur an bettenführende Stationen ausgeführt, andere Mitarbeiter, die ebenfalls von Einschränkungen und Mehrbelastungen betroffen waren, gingen bisher leer aus.

„Uns als Gesetzgeber war an einer gerechten Aufteilung der Prämie gelegen, um auch innerhalb der Belegschaft der Krankenhäuser keine Ungerechtigkeiten und damit Unmut oder Neid hervorzurufen“, sagt Fritz Güntzler“ Der Bund hatte im Frühjahr erneut 450 Millionen Euro zur Zahlung einer zweiten Corona-Prämie an Klinikkräfte bereitgestellt.

Die Bundestagsabgeordneten hätten den Gesetzentwurf der Bundesregierung sogar noch ergänzt, wie Güntzler berichtet: Um den Zusatz, dass auch andere Beschäftigte für die Zahlung einer Prämie ausgewählt werden können. Voraussetzung ist lediglich, dass auch diese aufgrund der Versorgung von mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten besonders belastet waren. Der Passus floss in § 26d des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) ein. Für Güntzler ist deshalb klar: Die von der UMG gestaltete Regelung, dass nur Beschäftigte auf einer bettenführenden Station ist nicht zwingend und schaffe Ungerechtigkeiten, sorgt insgesamt für Missstimmung unter vielen der mehr als 8000 Beschäftigten.

Dass es Ärger in der UMG um die Zahlung von Corona-Prämien gibt, ist ein offenes Geheimnis. So hatte auch Güntzler über den Vorgang von einem Mitarbeiter erfahren und den Brief an UMG-Vorstandssprecher Wolfgang Brück verfasst. Der UMG-Vorstand betont auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man sich „intensiv mit der Verteilung der Coronaprämie befasst habe. Das Gesetz adressiere aber „ausdrücklich als Zielgruppe Pflegekräfte auf bettenführenden Stationen“. Die UMG sei an die gesetzeskonforme Verwendung bei den Prämienzahlungen gebunden, heißt es.

„Somit konnten alle Pflegekräfte dieser Stationen in der gesamten UMG eine Prämie erhalten.“ Auf Grundlage der von Güntzler zitierten Öffnungsklausel hat die UMG „zusätzlich weitere Beschäftigte aufgenommen, außerhalb der Berufsgruppe Pflegedienst, die aber am Patienten auf den Stationen arbeiten“. Der Personalrat habe ausdrücklich zugestimmt.

Der UMG-Führung sei „völlig bewusst“, dass sich in Corona-Zeiten viele Ärzte, Pfleger und weitere Mitarbeiter auch aus anderen Klinikbereichen „über jedes Maß hinaus“ für die Betreuung der Covid-Patienten, das Aufrechterhalten der Versorgung und den Schutz der UMG durch Hygienemaßnahmen eingesetzt hätten. Aber: „Dese Berufsgruppen lassen sich nicht alle von der festgelegten Prämie erfassen.“

Ein weiterer Sockelbetrag für alle UMG-Mitarbeitenden übersteige zudem die wirtschaftlichen Möglichkeiten der UMG in Zeiten hoher finanzieller Belastungen und Abhängigkeiten von Lande s- und Bundes-Zuschüssen.

Der Vorstand sagt aber auch: Eine Prämie wäre zweifellos eine Geste der Anerkennung, die die Mitarbeiter in der Corona-Pandemie verdient hätten.“ Gezahlt wird sie wohl dennoch nicht. (Thomas Kopietz)

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