Unterschriftenaktion: Bauern stemmen sich gegen das „Grüne Band“

Wiederstand gegen das „Grüne Band“: Mitarbeiterin Susanne Antoni und Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk Göttingen, beim Verpacken der Unterschriftenlisten. Foto: Mühlhausen

Göttingen. Landwirte im Landkreis Göttingen begehren weiter gegen das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ auf. Jetzt gibt es mehrere hundert Unterschriften von Grundstückseigentümern gegen das Projekt.

Vor einem Jahr gingen 200 Kritiker in Duderstadt auf die Straße und demonstrierten, da sie Nutzungseinschränkungen befürchten und die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Betriebe eingeschränkt sehen. Die Planungen für den Landkreis Göttingen sehen bislang vor, Flächen an der einstigen innerdeutschen Grenze sowie in der Rhumeaue unter einen erweiterten Schutz zu stellen, um sie so dauerhaft als Lebensraum für bedrohte Arten zu sichern.

Jetzt legten der Bauernverband Landvolk Göttingen den Projektentwicklern bei der Heinz Sielmann Stiftung (Duderstadt) eine Unterschriftenliste vor. „Wir haben bei den betroffenen Grundstückseigentümern des 750 Hektar großen Naturschutzgebietes Rhumeaue eine Akzeptanzanalyse durchgeführt. Wenn der derzeit geplante Schutz umgesetzt würde, ist es dort auf 750 Hektar vorbei mit der Landwirtschaft “, sagt Achim Hübner, Geschäftsführer des Bauernverbandes.

Die Bauern fordern, dass die Stiftung diese Ablehnung auf den Flächen in den Projektkarten farblich markiert. Auf Basis dieser so genannten Ampelkarten - grün für Zustimmung, rot für Ablehnung und orange für unentschlossen - könne man dann gemeinsam diskutieren, ob das Projekt überhaupt noch Sinn mache.

Die Heinz Sielmann Stiftung hatte Ende November wiederum ihre Befragungsdaten für das gesamte, also auch in den angrenzenden Bundesländern Hessen und Thüringen liegende Projektgebiet (9600 Hektar) bekannt gegeben. Demnach habe es von den Grundstückseigentümern auf 3450 Hektar eine Zustimmung gegeben, auf 1500 Hektar hingegen eine Ablehnung, 1700 Hektar habe man mit „gelb“ eingestuft und 2950 Hektar mit „unbekannt“. Das Landvolk Göttingen hingegen kritisiert, dass von den als „unbekannt“ benannten Bereichen – immerhin knapp ein Drittel des gesamten Projektgebietes – überhaupt keine Befragungsdaten vorliegen würden beziehungsweise diese Eigentümer bislang gar nicht befragt wurden.

Ehemaliger Todesstreifen

Ursprünglich knapp 19.000 Hektar Fläche als Naturschutzgebiet am einstigen Todesstreifen geplant gewesen. Die Heinz Sielmann Stiftung als Projektträger hatte dieses Gebiet in Folge der der Proteste bereits um die Hälfte verringert. Aus Angst um die Entwicklung ihrer Bauernhöfe wollen zahlreiche Landwirte aus den drei betroffenen Bundesländern ihr Land dennoch nicht für das Naturschutzprojekt bereitstellen. (phl)

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